eine junge, unbebrütete Wabe

Der Bau der Waben wird normalerweise von den Baubienen im Alter zwischen 8 und 21 Tagen ausgeführt, wenn die Wachsdrüsen in voller Funktion sind. Die Hauptzeit der Bautätigkeit liegt im Frühjahr, wenn das Volk in aufstrebender Entwicklung ist. Voraussetzung ist jedoch, daß reichlich Pollen und Nektar vorhanden sind. Auch die Umgebungstemperatur hat Einfluß auf die Bautätigkeit, so wird der Bautrieb desto geringer, je kälter es wird. Eine besonders starke Bautätigkeit entfaltet ein Schwarm, da dies bei ihm zwingend notwendig ist, möglichst schnell ein Nest zu erschaffen. Alle Bienen, egal welchen Alters, produzieren, eingehend mit einer starken Entwicklung der Wachsdrüse, Bienenwachs zum Ausbau des neuen Bienenstockes. Läßt man einen solchen Schwarm ungehindert bauen, so werden in kürzester Zeit mehrere Waben freihängend gebaut. Sie haben stets einen Abstand von 35 mm von Wabenmitte zu Wabenmitte. Von Wabenoberfäche zu Wabenoberfläche beträgt der Abstand 10 mm, so daß zwei Bienen ungehindert nebeneinander hindurchgehen können. Werden die Zellen später mit Honig gefüllt und verdeckelt, so hat nur noch eine Biene Platz genug. Die Größe der Wabengasse hat einen entscheidenen Einfluß auf die Harmonie des Volkes; Hängt man die Waben ein wenig weiter auseinander, so verlängern die Bienen diese (Dickwaben) und können sie so nur noch als Futterspeicher benutzen, Brut kann darin nicht mehr aufgezogen werden.
eine alte, dunkle, stark bebrütete Wabe Zum Bau der Waben ketten sich die Bienen zusammen (Bautrauben), mit den Köpfen nach oben gerichtet. Sie produzieren dann in bestimmten Drüsen das Wachs ("sie schwitzen es aus"), streifen es mit der Fersenbürste der Hinterbeine ab und reichen es nach vorne zu den Mundwerkzeugen des Kopfes, wo es geknetet und bearbeitet wird. Die Biene heftet sodann selbst das Wachsklümpchen an die entstehende Wabe an. Die Wabe wird nicht Zelle für Zelle gebaut, sondern sie wächst als Muster und die Zellenwände werden stetig von außen her erhöht. Ganz frisches Bienenwachs ist zunächst fast weiß, wird jedoch durch weitere Verarbeitung und durch das sog. Pollenöl dunkler, zunächst goldgelb. Wird die Wabe dann mehrmals bebrütet, so schlägt die Farbe ins Dunkelbraune um (vergleiche nebenstehende Bilder).
ein typischer herzförmiger, frisch erbauter Wabe Die sechseckigen Zellen des Wabenbaus auf beiden Seiten sind versetzt, so daß der Mittelpunkt des Grundes der einen Zelle stets der gemeinsame Eckpunkt von drei Zellen der anderen Seite ist. Gleichzeitig sind die Zellen leicht nach oben gerichtet. So ergibt sich schließlich ein Muster, welches eine höchste Stabilität bei gleichzeitig geringstem Materialverbrauch besitzt, also die beste Kombination aus Materialverbrauch und Stabilität.
Die Verwendung des Wabenbaus ist vielseitig; so dient er einerseits als Lagerstätte für Honig, und Pollen, andererseits zur Aufnahme der Bienenbrut.
Wird den Bienen vom Imker eine schon vorgedruckte Wabe gereicht, so dient diese als Schlüsselreiz die Zellenwände hochzuziehen, eine einfache Wachsplatte wird dagegen nur als Rohstoffquelle benutzt. Zum Bauverhalten gehört schließlich auch das Verschließen der Zellen spinnreifer Maden mit einem luftdurchlässigen Deckel, sowie das Verschließen reifen Honigs mit einem luftdichten Deckel. Als Auslöser dient einmal die spinnreife Made und das andere Mal die Reife des Honigs.