• Die drei Bienenwesen
  • Königin
  • Arbeitbienen
  • Drohnen

  • Das Volk als Einheit


  • Die Kinderstube


  • Die drei Bienenwesen

    Bei der Honigbienen gibt es drei verschiedene Erscheinungsformen:
    Die Königin, die Arbeitsbienen, beide weiblicher Natur, und die männlichen Drohnen. Die Königin und die Arbeitsbienen entspringen beide befruchteten Eiern, die Drohnen hingegen nur unbefruchteten. Das bedeutet unter anderem, daß die Drohnen keinen Vater besitzen, dafür aber einen Großvater. Alle Bienen, abgesehen von der Königin, sind Geschwister und besitzen eine gemeinsame Mutter, die Königin. Nur die Königin ist im Volk in der Lage, Eier zu legen, entweder unbefruchtete, aus denen sich Drohnen entwickeln werden, oder befruchtete Eier, woraus entweder Arbeitsbienen entstehen, oder im Ausnahmefall eine neue Königin.

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    Die Königin

    Körperlänge: 20 bis 25 mm
    Masse: etwa 0,23g
    Die Königin, auch Weisel genannt, ist normalerweise das einzige vollentwickelte legefähige Weibchen im Bienenvolk. Sie ist leicht durch ihre äußere die Königin oder Weisel Erscheinungsform - langer dünner Hinterleib, größer als eine normale Arbeitsbiene und rundlichere Kopfform- von den anderen Bienen zu unterscheiden. Außerdem besitzt sie keine Pollensammelvorrichtung an den Hinterbeinen, wie sie die Arbeitsbienen haben, und auch ihr Stachel besitzt, im Gegensatz zur Arbeiterin, weniger Widerhaken, und sie wendet diesen auch nur in Ausnahmefällen an. Im Inneren des Körpers ist auch Einiges verschieden: So gibt es keine Wachsdrüsen, dafür sind die Geschlechtsorgane stark ausgebildet. Die Königin ist das einzige Bienenwesen, welches mehrere Jahre leben kann. Ihre Aufgabe ist darauf beschränkt, Eier zu legen (1500 am Tag, eine Steigerung auf 3000 Eier ist bei legefreudigen Tieren möglich, so daß eine Königin an einem Tage eine Eimenge vom Doppelten ihrer eigenen Körpermasse erzeugen kann), sie sorgt somit allein für den Erhalt des Bienenvolkes. Für die Harmonie und die Aktivität eines Bienenvolkes ist die Anwesenheit der Königin dringend nötig. Sie scheidet einen Duftstoff ab (Pheromone) welcher von den Hofstaatbienen, die Königin wird ständig von einem Ring aus Bienen begleitet ("Hofstaat"), der sie putzt und füttert, durch eine Weiselzelle Königin mit Hofstaat körperlichen Kontakt im ganzen Stock verbreitet wird. Verschwindet dieser Duft aus dem Bienenvolk, so reagieren die Bienen hierauf ganz charakteristisch und versuchen, sich eine neue Königin heranzuziehen. Dies können die Bienen aus einem befruchteten Ei oder einer bis zu 3 Tage alten Larve tun, da sich bis hierher die Entwicklung zwischen Königin und Arbeitsbienen im Wesentlichen noch nicht unterscheidet. Die Bienen erweitern hierzu einfach die normale Zelle (da die Königin ja größer werden soll). Eine Königin, die nicht aus einer Notsituation "hergestellt" wird, entsteht in einer extra für sie errichteten, größeren, tonnenförmigen Zelle, der Weiselzelle (siehe Bild rechts). Nach dem Schlüpfen beginnt sie mit ganz charakteristischen Tönen zu "rufen". Befinden sich noch weitere Königinnen in anderen Weiselzellen, so "antworten" diese ihr und werden dann, sofern die frisch geschlüpfte Königin nicht von den Bienen abgehalten wird, von der erstgeschlüpften durch das Öffnen der Zellen bloßgelegt und abgestochen. Ein paar Tage nach dem Schlüpftag begattet sich die Königin mit mehreren Drohnen in der Luft, und füllt somit ihre Samenblase, welche im allgemeinen bis zum Lebensende reicht. Im Stock wird die Königin die ganze Zeit von mehreren Arbeitsbienen begleitet, dem sogenannten Hofstaat, welcher die Königin pflegt, putzt und füttert. Gerade beim Putzen werden die für das Volk so wichtigen Pheromone aufgenommen und verbreitet.

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    Die Arbeitsbienen

    Körperlänge: 12 bis 14 mm
    Masse: etwa 0,1 g
    Die Arbeitbienen bilden die eigentliche Masse des Bienenvolkes. In unseren Breiten geht ein Bienenvolk mit ca. 10.000 bis 15.000 Bienen über den Winter, während zur Zeit des Höhepunktes im Sommer ein Volk bis zu 80.000 Bienen zählen kann. Arbeitsbiene oder Arbeiterin Die Arbeitsbiene ist zwar ein weibliches Tier, dennoch kann sie im Normalfall keine Eier legen (Nur in Ausnahmefällen, wenn die alte Königin verloren gegangen ist, erlangen einige Arbeiterinnen die Fähigkeit, Eier zu legen. Da diese jedoch nur unbefruchtet sind, entstehen daraus nur Drohnen. Man sagt, das Volk ist "buckelbrütig", da die entstehenden Brut charakteristisch "buckelig" aussieht). Während der Monate April bis Juli leben Arbeitsbienen als Sommerbienen ca. sechs Wochen, werden sie jedoch im August oder September geboren, so leben sie als Winterbienen bis zum Frühjahr. Die Arbeitsbienen verrichten alleine im Stock alles. Dabei bedienen sie sich einer altersspezifischen Arbeitsteilung. Die jungen Bienen verrichten bis zum 20. Lebenstag alle Arbeiten innerhalb des Stockes und werden daher auch als Stockbienen bezeichnet. Am Anfang ihrer Arbeit steht das Zellenputzen. Ab ca. dem 3. Lebenstag beginnen die Jungbienen die älteren Maden mit einer Mischung von Honig und Pollen zu füttern. Etwas später, wenn sich die Futtersaftdrüsen im Kopf der Biene vollständig entwickelt haben, wird die jüngere Brut mit einem eiweißreichem Futtersaft versorgt. Ab dem 10. Lebenstag haben sich die Wachsdrüsen an der Unterseite des Bauches vollständig entwickelt. Die Biene wird zur Baubiene und kann das Bienenwachs "ausschwitzen". Zwischen dem 10. und 20. Lebenstag verrichten die Bienen verschiedenste Aufgaben. So nehmen sie den Nektar in Empfang, dicken ihn zu Honig ein und stampfen Pollen in die Zellen ein. Am 20. Lebenstag treten einige Bienen als Wächterinnen an und verteidigen das Volk vor Eindringlingen. Dabei kontrollieren sie auch die ankommenden Sammlerinnen auf ihre Zugehörigkeit zum Volk. Erst dann werden sie endlich bis zum Tode Flugbienen und sammeln Nektar, Pollen, Wasser oder Propolis.
    Tag Aufgabe
    1 - 3 Putzbiene - Zellen putzen
    Die Biene putzt Ihre Zelle und kümmert sich auch um andere Zellen
    Die Futtersaftdrüsen bilden sich aus
    3 - 11 Ammenbiene - Pflege der Brut
    Zunächst füttert die Biene ältere Maden mit einem Gemisch aus Pollen und Honig. Haben sich die Futtersaftdrüsen voll ausgebildet, übernimmt die Biene die Pflege der jüngeren Brut
    Die Wachsdrüsen sind im Aufbau
    12 - 18 Baubiene - Wabenbau
    Jetzt wo die Wachsdrüsen voll ausgebildet sind, produzieren die Bienen Wachs und bauen den Wabenbau aus
    Die Futtersaftdrüsen bilden sich zurück
    19 - 21 Wächterin - Bewachung des Volkes
    Rückbildung der Wachsdrüsen
    22 -30 Arbeitsbiene - sammeln Nährstoffe
    Die Biene sammelt jetzt Honigtau, Nektar, Pollen, Wasser und Kittharz
    Das Grundprinzip der altersmäßigen Arbeitsteilung ist jedoch in hohem Maße in Notsituationen anpassungsfähig, so daß niemals in einem Bienenvolk bestimmte Arbeiten liegen bleiben.

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    Die Drohnen

    Drohnen, fallen besonders durch ihre plumpe Gestalt und ihre großen Augen auf

    Körperlänge: 15 bis 17 mm
    Masse: etwa 0,196 g
    Die Drohnen haben im Bienenvolk keine Aufgabe außer eine Königin zu begatten. Diese Aufgabe können aber die wenigsten Männer im Laufe ihres Lebens erfüllen. Da die Verjüngung des Bienenvolkes im Sommer stattfindet, kann man Drohnen auch nur dann im Volk antreffen. Im Herbst werden alle Drohnen als Schmarotzer im Zuge der "Drohnenschlacht" von den Arbeiterinnen getötet. Im Sommer besitzen sie jedoch höchste Privilegien. Ein Bienenvolk beherbergt so während der Fortpflanzungszeit einige hundert Drohnen. Durch ihre auffällige Gestalt, ihren plumpen, breiten Körper und verhältnismäßig riesige Facettenaugen sind sie im Bienenstock leicht zu erkennen. Aufgrund ihrer Größe wachsen sie deshalb auch in extra für sie errichteten Zellen auf, die sich durch ihre Größe von den normalen Arbeiterzellen unterscheiden. Ein Drohn lebt in der Regel 24 Tage, wenn er bei der Paarung nicht sein Lebensziel erfüllt und so frühzeitig stirbt. Ab dem 12. Lebenstag sind die Drohnen in der Regel begattungsfähig. Sympathisch sind die Drohnen deshalb, weil sie nicht stechen. Sie können es gar nicht, da sie gar keinen Stachel besitzen

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    Das Volk als Einheit

    Das Volk als Einheit ist mehr als die Summe seiner Glieder. Es ist eine funktionelle Einheit, sinnvoll in Geschlechter und Kasten aufgeteilt und abgestimmt, so daß es eine harmonische Einheit bildet. Auf den ersten Blick mag es so aussehen, daß die Königin allein regiert, evolutionstheoretisch betrachtet ist die Königin jedoch eine "Sklavin" der Arbeitsbienen. Zwar kann das Bienenvolk ohne die Königin nicht existieren, aber die Arbeiterinnen entscheiden z.B. ob die Königin viele oder wenig Eier legen soll, indem sie ihr die nötige Futtermenge zumessen. Sie regeln den Nachwuchs von Geschlechtstieren durch Errichtung der nötigen Larvenwiegen und Pflege. Sie kontrollieren die Temperatur im Volk: Kühlen durch Wasserverdunstung und Fächeln am Flugloch, wärmen durch Muskelzittern. Die Arbeitsbienen sorgen für den Nahrungserwerb, produzieren das Wachs und halten den Stock sauber und keimfrei (-> Propolis) sowie sie ihn gegen Eindringlinge verteidigen. Die einzelne Biene ist unbedeutend, erst das Volk als Einheit ist zu phantastischen Leistungen fähig, z.B. dem Errichten von durch und durch gleichmäßigen, sechseckigen Waben aus Bienenwachs, welche als Kinderstube, Honig- und Pollenspeicher sowie
    Wohneinrichtung funktionieren.

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    Die Kinderstube

    Am Anfang setzt die Königin ein Bienenei auf den Grund der Zelle ab. Dabei kriecht sie zunächst vorwärts ein Stück in die Zelle hinein, mißt mit den Füßen die Zellengröße aus und senkt schließlich ihren Hinterleib in die Zelle um entweder ein befruchtetes oder unbefruchtetes Ei auf den Zellenboden abzulegen. Die Königin legt die Arbeitereier in die Arbeiterzellen und die Drohneneier in die Drohnenzellen. Königineier gibt es nicht. Es sind dieselben wie die Arbeitereier, nur werden sie in bestimmten Zellen, den sogenannten Weiselzellen gelegt und besonders gefüttert. Aus diesem etwa 1,5 mm großen Bienenei schlüpft nach drei Tagen eine kleine Larve. Die Arbeiterinnen füttern diese Larven zunächst mit einem Futtersaft aus ihren Kopfdrüsen. Normale Bienenbrut erhält dann später eine Mischkost aus Pollen und Honig die Königinnenlarven erhalten jedoch die ganze Zeit über diesen Futtersaft. Die Unterschiedliche Ernährung ist auch gleichzeitig das Geheimnis der beiden weiblichen Bienengestalten. Bis zu einem Larvenalter von 3 Tagen ist so noch eine Umstimmung von Arbeitsbiene zur Königin möglich. Hiervon machen die Bienen gelegentlich Gebrauch, wenn nämlich die alte Königin plötzlich verschwindet. Die Maden liegen zunächst gekrümmt auf dem Boden (Rundmaden) strecken sich dann jedoch aufgrund des Platzmangels in die Höhe (Steckmaden). Gleichzeitig wird dann die Zelle von den Arbeitsbienen mit einem luftdurchlässigem Wachsdeckel versehen. Dies geschieht bei allen Bienenwesen um den 9.Tag nach der Eiablage (Bei der Königin etwas früher und bei den Drohnen etwas später). In den gedeckelten Zellen spinnt die Made einen Kokon um sich. Jetzt entwickeln sich erst die Strukturen der zukünftigen Biene. Die Königin schlüpft schließlich am 16.Tag nach der Eiablage, die Arbeiterinnen erst nach 21 Tagen und die Drohnen gar erst nach 24 Tagen. Jetzt beginnt erst das richtige Leben der Bienen.

    Königin
    1. Tag

    2. Tag

    3. Tag

    4. Tag
    erste Häutung
    5. Tag
    zweite Häutung
    6. Tag
    dritte Häutung
    7. Tag
    vierte Häutung
    8. Tag Deckelung

    9. Tag

    10. Tag
    fünfte Häutung
    11. Tag

    12. Tag

    13. Tag

    14. Tag

    15. Tag
    sechte Häutung
    16. Tag Schlupf
    Arbeiterin
    1. Tag

    2. Tag

    3. Tag

    4. Tag
    erste Häutung
    5. Tag
    zweite Häutung
    6. Tag
    dritte Häutung
    7. Tag
    vierte Häutung
    8. Tag

    9. Tag Deckelung

    10. Tag

    11. Tag

    12. Tag
    fünfte Häutung
    13. Tag

    14. Tag

    15. Tag

    16. Tag

    17. Tag

    18. Tag

    19. Tag

    20. Tag
    sechte Häutung
    21. Tag Schlupf
    Drohn
    1. Tag

    2. Tag

    3. Tag

    4. Tag
    erste Häutung
    5. Tag
    zweite Häutung
    6. Tag
    dritte Häutung
    7. Tag
    vierte Häutung
    8. Tag

    9. Tag

    10.Tag Deckelung

    11. Tag

    12. Tag

    13. Tag

    14. Tag
    fünfte Häutung
    15. Tag

    16. Tag

    17. Tag

    18. Tag

    19. Tag

    20. Tag

    21. Tag

    22. Tag

    23. Tag

    sechste Häutung
    24.Tag Schlupf
    Legende
    Ei
    offene Brut
    verdeckelte Brut
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