Aus den Pollen decken die Bienen den Bedarf an Eiweiß und Fett während der Larvenzeit. Pollen dient deshalb hauptsächlich als Brutnahrung. Aber auch junge Ammenbienen nehmen
Pollen auf und können so den für die Brut so wichtigen Futtersaft erzeugen. Die Bienen sammeln
den Pollen in den Blüten, indem sie ihren Körper mit diesem einpudern. Danach beginnen die Bienen sich zu putzen und speichern den Pollen in ihren Pollenkörbchen an den Hinterbeinen, indem sie diesem ein wenig Honig beimischen. Die heimkehrenden Bienen sehen aus als ob sie Höschen anhätten, und deshalb werden diese auch so benannt.
Die Bienen lagern den Pollen in den Zellen ein, stampfen ihn mit dem Kopf fest und überschichten ihn mit einer dünnen Schicht Honig, welcher als Konservierungsmittel dient. Im Pollen beginnt so ein Gärungsprozeß welcher u.a. zu Veränderungen in der Eiweißstruktur führt oder auch zur weiteren Konservierung Milchsäure entstehen läßt. Der Imker kann entweder den Pollen vor der Einlagerung in die Zellen den Bienen abnehmen, dafür hängt er vor das Flugloch sog. Pollenfallen, bei deren Durchquerung die Höschen in einen Behälter abfallen, oder aber er kann in müheseliger Kleinarbeit die einzelnen Pollenpakete aus den Waben heben.
Zusammensetzung
Je nach botanischer Herkunft ist die Zusammensetzung sehr
unterschiedlich. Der Pollen enthält durchschnittlich:
Wasser 10-12 % (frisch) bzw. 4 % (getrocknet)
Kohlenhydrate (Zucker) etwa 35 %
Lipide (Fette) durchschnittlich 5 %
Proteide 20 % ein großer Anteil davon in Form von Aminosäuren überwiegend
in ungebundener Form
Der Pollen ist eines der
Naturprodukte mit dem höchsten Anteil an lebensnotwendigen Aminosäuren. Diese
Aminosäuren sind : Aspartansäure, Glutaminsäure; Alanin, Arginin, Cystin, Glycin
oder Glykokoll, Histidin, Isoleucin(*), Leucin (*), Lysin (*), Methionin (*),
Phenylalanin (*), Prolin, Serin, Threonin (*), Tryptophan (*), Tyrosin, Valin
(*).
Wie man sieht, enthält diese Liste alle lebensnotwendigen Aminosäuren, d.h.
alle Bausteine die der Organismus nicht selbst synthetisieren kann (mit (*)
gekennzeichnet), und die ihm mit der täglichen Nahrung zugeführt werden
müssen.
Provitamin A (wird im Organismus in Vitamin A umwandelt)
Enzyme
und Fermente:
Amylase
Saccharase
einige Phosphate
andere Bestandteile
Rutin (welches die Widerstandsfähigkeit der Kapillaren erhöht)
eine wachstumsbeschleunigende Substanz (hauptsächlich im Pollen der
Obstbäume, des Klatschmohns, des Löwenzahns und der Kastanie)
aktive antibiotische Substanzen (wirken auf alle Stämme der Kolibakterien,
einige Proteusbakterien und Salmonellen)
zahlreiche, bisher wenig bekannte Farbstoffe
sehr geringer Prozentsatz noch unbekannter Substanzen
Zusammenfassend enthält der Pollen in vollständiger Form alle
Elemente die für das Leben der Organismen unentbehrlich sind. Diese Elemente
wirken in einer natürlichen Harmonie und Synergie zusammen, was auch bei der
sorgfältigsten künstlichen Herstellung im Labor nicht nachgeahmt werden kann.
Dieser Reichtum macht dieses natürliche und vollständige Nahrungsmittel zur Zeit
zur besten Nahrungsergänzung, die man finden kann.