Bienen leben sehr dicht aufeinander- ein Volk kann aus 40 000 bis 50 000 Tieren bestehen- , so daß sich eine Infektion ungehindert rasch ausbreiten und eine große Katastrophe verursachen könnte.
Die Bienen erzeugen jedoch mehrere Stoffe mit antibakteriellen Eigenschaften, wobei Propolis wohl einer der wichtigsten gegen Infektionen im Stock ist. Mit diesem besonderen Stoff überziehen die Bienen das gesamte Stockinnere und dichten jede Ritze ab. Bei Propolis, das Wort stammt von zwei griechischen Wörtern ab und bedeutet soviel wie „Verteidigungsanlage vor einer Stadt“, handelt es sich um eine harzige Masse, die von den Blattknospen verschiedener Bäume oder aus Spalten in der Rinde einiger Nadelbäume gesammelt wird. Die Bienen verändern die Propolis mit ihrem Speichel und mischen teilweise Wachs darunter.
Propolis ist temperaturabhängig von unterschiedlicher Konsistenz. Sie ist bei 15 °C hart und brüchig, bei 30 °C weich und geschmeidig und klebrig-schleimig bei höheren Temperaturen. Bei ca. 60-70 °C wird Propolis flüssig, schmilzt bei 100 °C und mehr. Das Farbspektrum reicht von hellgelb über die verschiedenenen Brauntöne bis zu dunkelbraun oder fast schwarz. Propolis schmeckt oft scharf, manchmal bitter und riecht meist angenehm und süßlich.
Bereits früher, im ersten Jahrhundert nach Christus, war Propolis als Heilmittel bekannt, und es ist unverständlich, warum Propolis in Vergessenheit geraten ist. Propolis ist eines der wirksamsten natürlichen Antibiotika, auf das der Mensch je gestoßen ist, und bietet insofern eine Alternative zu den herkömmlichen Antibiotika an, als es umgehend wirkt und keine Nebenwirkungen aufweist, die chemische Arzneimittel häufig hervorrufen können (abgesehen von einer Propolisallergie, die sich bei einem Bruchteil der Bevölkerung ausbilden kann). Außerdem bilden sich keine resistenten Stämme im Körper.
Propolis ist daher für die Medizin insofern interessant, weil es