Das Putzverhalten ist ein besonders ausgeprägtes Verhalten der Bienen. Zu unterscheiden ist das Putzverhalten bezüglich des eigenen Körpers, zum anderen das des Bienenstockes. Für die Reinigung
des Körpers benutzt die Biene eigens dafür entwickelte Putzeinrichtungen, besonders die Putzscharten an den Vorderbeinen. Dieses individuelle Putzen ist ein unbedingter Reflex und wird durch Fremdkörper im Haarkleid ausgelöst. Es ist teilweise ein sehr komplizierter verketteter Vorgang, welcher z.B. mit dem Pollensammeln gekoppelt sein kann. Beim Pollensammeln pudert sich die Biene mit dem Blütenstaub ein und putzt daraufhin den Pollen aus dem Haarkleid wieder raus und lagert ihn in den Pollenkörbchen an den Hinterbeinen. Die Intensität der Putzhandlungen nimmt mit steigender Temperatur zu.
Das Putzen des Bienenstockes ist ein wichtiges Verhalten der Bienen und hat einen wesentlichen Einfluß auf die Gesundheit des Bienenstockes. Jegliche Fremdkörper, auch abgestorbene Bienenbrut, wird entweder verzehrt, aus dem Stock getragen oder, wenn es sich um sperrige Gegenstände handelt, wie z.B. eine Maus, mit Propolis überzogen, um den Zersetzungsprozeß zu unterbinden. Bei einem schwachem Volk ist der Putztrieb weniger ausgeprägt als bei einem starkem Volk, es ist deshalb auch anfälliger gegenüber Krankheitserregern. Deshalb sollte auch das oberste Ziel der Imkerei sein, starke Völker zu schaffen.