Ein Bienenschwarm Mit aufsteigender Entwicklung des Bienenvolkes im Mai erwacht auch gewöhnlich der Schwarmtrieb. Sobald Zellen für Geschlechtstiere, Königinnenzellen und Drohnenwaben, gebaut und bestiftet worden sind (von der Königin mit Eiern versehen), ändert sich das Verhalten der Bienen. Sie werden "schwarmlustig", ihre Sammel- und Bautätigkeit läßt merklich nach, sie hängen meist bewegungslos auf den Waben oder in Trauben vor dem Flugloch. Doch auch die Königin schränkt ihre Legetätigkeit stark ein und wird durch geringeres Füttern der Arbeitsbiene deutlich dünner und damit wieder flugtauglich. Mit der Verdeckelung der ersten Weiselzellen erfolgt ein Schlüsselreiz zur Bildung des ersten Schwarms (Vorschwarm). Königin und Arbeitsbienen geraten bei günstiger Witterung in Erregung, die Schwarmbienen versorgen sich reichlich mit Futter (Die aufgenommene Honigmenge, gesammelt in der Honigblase, reicht für drei Tage) und schließlich zieht die Hälfte der Bienen, alle Altersstufen sind vertreten, selbst Drohnen, mitsamt der alten Königin aus. Die Bienen bilden zunächst eine lockere, lebhafte Ansammlung in der Luft nahe ihrer bisherigen Wohnung. Sie setzen sich jedoch dann an einer geeigneten Stelle, einem Baumast o.ä., nieder und bilden die typische Schwarmtraube. Suchbienen fliegen sodann aus und halten nach einer geeigneten neuen Wohnung ausschau. Haben sie eine gefunden, so teilen sie dies den anderen Bienen mit Hilfe der Bienentänze mit. Der Schwarm bricht erneut auf und zieht in die neue Wohnung ein, wo er in kürzester Zeit neue Waben erschafft und die Königin ihre Legetätigkeit fortsetzen kann. Findet ein Schwarm innerhalb von drei Tagen keine neue Wohnung, so fängt er notgedrungen an seiner bisherigen Stelle an zu bauen (Der Futtervorrat ist dann ja leer), liegt jedoch im Winter völlig ungeschützt frei und wird erfrieren. nicht nur an Ästen lassen sich die Bienen nieder
Sieben Tage nachdem der Vorschwarm das Muttervolk verlassen hat, schlüpft meist die erste Königin im Altvolk. Sie läuft unruhig im Stock umher und gibt ab und zu einen durchdringenden Ton von sich. Der Imker dennt dies "Tüten". Die schlupfreifen Königinnen in den anderen Waben antworten ihr, das hört sich an wie quaken, und fällen damit ihr eigenes Todesurteil. Die e Erstgeschlüpfte wird nämlich dann diese Königinnen aufspüren, die Zellen aufnagen und ihre Konkurrentinnen abstechen. Meist halten jedoch die Arbeitsbienen sie davon ab, da diese noch mit weiteren Schwärmen ausziehen wollen. Deshalb verläßt auch diese Königinn mit der Hälfte des zurückgebliebenen Volkrestes den Stock. Dieser Nachschwarm, auch Jungfernschwarm genannt, da die Königin in ihm unbegattet ist, fliegt viel weiter und höher als der Vorschwarm. Schlüpfen noch weitere Königinnen, so können noch weitere Schwärme folgen, dies erfolgt solange, bis der Schwarmtrieb im Muttervolk befriedigt worden ist.
Die Vermehrung des Volkes durch Schwärmen ist eine ungeschlechtliche Vermehrungsvorgang (ist jedoch von entscheidener Bedeutung), dem sich der geschlechtliche anschließt, wenn die neuen Königinnen auf den Hochzeitsflügen von den Drohnen begattet werden. Ob ein Volk schwärmt, hängt vom inneren Zustand des Volkes und den Umweltbedingungen ab. Raumnot, mangelnde Tracht, starke Erwärmung des Volkes durch Sonneneinstrahlung, ein mit Jungbienen, die ihren Futtersaft nicht mehr abgeben können, überfülltes Brutnest gelten als schwarmfördernde Reize, gute Tracht und einjährige Königinnen erweisen sich dagegen als hemmende Einflußfaktoren.