Die Bienen verfügen über verschiedenste Möglichkeiten, miteinander zu kommunizieren. Hierbei handelt es sich vor allem, wie meist in der Welt der Insekten, um Mitteilungen über den Geruchssinn, aber auch um den Tastsinn. So regelt die Pheromonabgabe der Königin entscheidend den Arbeitsablauf innerhalb des Bienenvolkes. Biene beim 'Sterzeln', dabei wird der Stockgeruch in der Umgebung verteilt Der Geruch eines Bienenvolkes ist auch u.a. deswegen von entscheidener Bedeutung, da im Allgemeinen keine Bienen mit fremdem Stockgeruch von den Wächterinnen durchgelassen werden. Ausnahme: Drohnen können zur Zeit der Hochsaison jedes Flugloch passieren und Arbeiterinnen, die Futter in Form von Honig oder Pollen bei sich tragen, "bestechen" die Wächterinnen und können sich so ebenfalls in einen fremden Stock integrieren. Um es den schwerbeladenen, heimkehrenden Bienen zu erleichtern, verbreiten einige Bienen am Flugloch häufig durch sogenanntes Sterzeln, dabei schlagen die Bienen heftig mit den Flügeln, strecken das Hinterteil empor und sondern über eine spezielle Drüse den Duftstoff ab, den Geruch des Volkes. Eine besondere Art der "Sprache" zwischen den Bienen hat sich im Gebiet der Nahrungssuche entwickelt. Daß sich gerade hier die Bienen hoch spezialisiert haben ist naheliegend, da das Gedeihen eines Bienenvolkes entscheidend von den Trachtverhältnissen in der Umgebung eines Bienenstockes abhängt. Daher müssen die Bienen in der Lage sein, gute Trachtquellen ausfindig zu machen und diese Information auch an andere Stockinsassen weitergeben zu können. Da es vollkommen unökonomisch wäre, wenn alle Bienen gleichzeitig suchen würden, fliegen jeden Tag nur etwa 3-4% aller Bienen aus, um neue Trachtquellen zu suchen. Diese Bienen sind jedoch in der Lage, den anderen gute Trachtquellen mitzuteilen. Dafür bedienen sie sich zwei verschiedener Tänze, dem Rundtanz und dem Schwänzeltanz, den sie auf der Wabe ausführt.



Der Rundtanz

der Rundtanz

Kehrt eine Biene von einer Trachtquelle in der Nähe (etwa 100 m Radius um das Volk)zurück in den Stock und will ihre Entdeckung den anderen mitteilen, so beginnt sie den Rundtanz aufzuführen, indem sie einige Minuten lang unter häufigem Wechsel der Drehrichtung kreisförmige Figuren beschreibt. Der Rundtanz beschreibt zwar nicht die genaue Richtung in der die Trachtquelle liegt, wohl aber daß sie in unmittelbarer Nähe liegen muß. Durch Mittanzen der anderen interessierten Bienen (im Stock ist es ja absolut dunkel) und Aufnahme des Nektars von der Trachtquelle werden weitere Informationen wie Geruch übermittelt. Außerdem beschreibt die Heftigkeit mit der der Tanz ausgeführt wird wie ergiebig die Trachtquelle ist. Demnach werden nur sehr wenig Bienen die Futterquelle anfliegen, wenn die Tänzerin nur sehr müde tanzt.

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Der Schwänzeltanz

der Schwänzeltanz

Bei Trachtquellen größerer Entfernungen, die Biene kann sich durchschnittlich in einem Radius von etwa 5 Kilometern um den Stock orientieren, verwendet die Biene zur Mitteilung den Schwänzeltanz. Die Tanzform ist im nebenstehenden Bild zu erkennen. Charakteristisch sind die heftigen Schwänzelbewegungen des Hinterleibs im Mittelstück des Tanzes. Im Gegensatz zum Rundtanz ermöglicht der Schwänzeltanz außerdem die Weitergabe der Richtung, in der die Trachtquelle liegt.
Dabei sind die Bienen in der Lage den Winkel zwischen Trachtquelle und Sonne in das Schwerefeld zu transformieren. Das bedeutet, daß der Schwänzeltanz zur Senkrechtenden den gleichen Winkel beschreibt wie zwischen Trachtquelle und Sonne. Durch die Übermittlung der Entfernung, die Länge des mittleren Tanzstückes beschreibt die Distanz zur Futterquelle, können die Sammelbienen außerdem diejenige Menge an Futter als "Treibstoff" mitnehmen, den sie für den Flug benötigen. Außerdem wissen die Bienen, wonach sie suchen müssen, da ihnen der Geruch durch eine Futterprobe übermittelt wird. Entscheidend für die Wirksamkeit des Schwänzeltanzes ist jedoch auch vor allem die Bauweise der Waben. Die oberen Ränder der hauchdünnen Wabenwände sind verdickt, so daß ein sechseckiges Maschennetz entsteht, das die Vibrationssignale ideal weiterleiten kann, die von mechanischen Rezeptoren an den Bienenbeinen aufgenommen werden. So "ertasten" die Bienen den Tanz im völlig dunklen Bienenstock. Der Schwänzeltanz funktioniert mit einer erstaunlichen Genauigkeit von bis zu 100%. Die Richtung erkennen die ausfliegenden Bienen auch bei bewölktem Himmel, da sie, aufgrund ihrer Fähigkeit polarisiertes Licht wahrzunehmen, die Sonne am Himmel immer orten können. Zudem verfügen sie über ein ausgeprägtes Zeitgefühl, welches die Berücksichtigung der Sonnenbewegung möglich macht. Lange Zeit war den Forschern jedoch ein Rätsel, wie die Bienen die zurückgelegte Strecke so genau messen konnten. Ein Experiment brachte die Forscher jedoch auf die richtige Spur. Die Bienen mußten dabei durch einen sechs Meter langen Tunnel zu einer kleinen Schale mit Zuckerwasser fliegen. Die Wände des Tunnels waren mit einem unregelmäßigen Muster aus weißen und schwarzen Quadraten bedeckt. Die Bienen flogen durch den Tunnel zurück in den Stock und berichteten dort im Tanz über die Futterstelle. Sie führten dabei Tänze auf, die weit entfernte Futterstellen anzeigten. Die sechs Meter waren den Tieren offenbar wie 200 Meter erschienen. Die Forscher folgern daraus, daß der so genannte optische Fluß der Umgebung den Bienen als Kilometerzähler dient. Fliegt eine Biene durch dichte Vegetation, so kommen durch die Nähe von Bäumen und Büschen starke Bildverschiebungen zu Stande. Bei einem Flug über freies Gelände gilt das Umgekehrte. Als Resultat zeigt der Kilometerzähler unterschiedlich lange Flugwege bei gleich langen Strecken an. Dies sei aber kein Konstruktionsfehler, sondern eine höchst raffinierte Anpassung, sagen die Forscher. Ein Kilometerzähler, der sich der jeweiligen Komplexität der Landschaft anpaßt, ist enorm ökonomisch: Im Gedächtnis der Bienen wird so nie mehr Speicherplatz belegt als nötig.

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