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  • Das Bienenvolk
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  • Das Bienenjahr

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  • Verhalten der Biene
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  • Anatomie der Biene
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  • Bienenprodukte

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    Das Bienenvolk

    Die drei Bienenwesen
    Bei der Honigbiene gibt es drei verschiedene Erscheinungsformen: Die Königin, die Arbeitsbienen, beide weiblicher Natur, und die männlichen Drohnen. Die Königin und die Arbeitsbienen entspringen beide befruchteten Eiern, die Drohnen hingegen nur unbefruchteten. Das bedeutet unter anderem, daß die Drohnen keinen Vater besitzen, dafür aber einen Großvater. Alle Bienen, abgesehen von der Königin, sind Geschwister und besitzen eine gemeinsame Mutter, die Königin. Nur die Königin ist im Volk in der Lage, Eier zu legen, entweder unbefruchtete, aus denen sich Drohnen entwickeln werden, oder befruchtete Eier, woraus entweder Arbeitsbienen entstehen, oder im Ausnahmefall eine neue Königin.

    Die Königin
    Körperlänge: 20 bis 25 mm
    Masse: etwa 0,23g
    Die Königin, auch Weisel genannt, ist normalerweise das einzige vollentwickelte legefähige Weibchen im Bienenvolk. Sie ist leicht durch ihre äußere Erscheinungsform - langer dünner Hinterleib, größer als eine normale Arbeitsbiene und rundlichere Kopfform- von den anderen Bienen zu unterscheiden. Außerdem besitzt sie keine Pollensammelvorrichtung an den Hinterbeinen, wie sie die Arbeitsbienen haben, und auch ihr Stachel besitzt, im Gegensatz zur Arbeiterin, weniger Widerhaken, und sie wendet diesen auch nur in Ausnahmefällen an. Im Inneren des Körpers ist auch Einiges verschieden: So gibt es keine Wachsdrüsen, dafür sind die Geschlechtsorgane stark ausgebildet. Die Königin ist das einzige Bienenwesen, welches mehrere Jahre leben kann. Ihre Aufgabe ist darauf beschränkt, Eier zu legen (1500 am Tag, eine Steigerung auf 3000 Eier ist bei legefreudigen Tieren möglich, so daß eine Königin an einem Tage eine Eimenge vom Doppelten ihrer eigenen Körpermasse erzeugen kann), sie sorgt somit allein für den Erhalt des Bienenvolkes. Für die Harmonie und die Aktivität eines Bienenvolkes ist die Anwesenheit der Königin dringend nötig. Sie scheidet einen Duftstoff ab (Pheromone) welcher von den Hofstaatbienen, die Königin wird ständig von einem Ring aus Bienen begleitet ("Hofstaat"), der sie putzt und füttert, durch körperlichen Kontakt im ganzen Stock verbreitet wird. Verschwindet dieser Duft aus dem Bienenvolk, so reagieren die Bienen hierauf ganz charakteristisch und versuchen, sich eine neue Königin heranzuziehen. Dies können die Bienen aus einem befruchteten Ei oder einer bis zu 3 Tage alten Larve tun, da sich bis hierher die Entwicklung zwischen Königin und Arbeitsbienen im Wesentlichen noch nicht unterscheidet. Die Bienen erweitern hierzu einfach die normale Zelle (da die Königin ja größer werden soll). Eine Königin, die nicht aus einer Notsituation "hergestellt" wird, entsteht in einer extra für sie errichteten, größeren, tonnenförmigen Zelle, der Weiselzelle (siehe Bild rechts). Nach dem Schlüpfen beginnt sie mit ganz charakteristischen Tönen zu "rufen". Befinden sich noch weitere Königinnen in anderen Weiselzellen, so "antworten" diese ihr und werden dann, sofern die frisch geschlüpfte Königin nicht von den Bienen abgehalten wird, von der erstgeschlüpften durch das Öffnen der Zellen bloßgelegt und abgestochen. Ein paar Tage nach dem Schlüpftag begattet sich die Königin mit mehreren Drohnen in der Luft, und füllt somit ihre Samenblase, welche im allgemeinen bis zum Lebensende reicht. Im Stock wird die Königin die ganze Zeit von mehreren Arbeitsbienen begleitet, dem sogenannten Hofstaat, welcher die Königin pflegt, putzt und füttert. Gerade beim Putzen werden die für das Volk so wichtigen Pheromone aufgenommen und verbreitet.

    Die Arbeitsbienen
    Körperlänge: 12 bis 14 mm
    Masse: etwa 0,1 g
    Die Arbeitsbienen bilden die eigentliche Masse des Bienenvolkes. In unseren Breiten geht ein Bienenvolk mit ca. 10.000 bis 15.000 Bienen über den Winter, während zur Zeit des Höhepunktes im Sommer ein Volk bis zu 80.000 Bienen zählen kann. Die Arbeitsbiene ist zwar ein weibliches Tier, dennoch kann sie im Normalfall keine Eier legen (Nur in Ausnahmefällen, wenn die alte Königin verloren gegangen ist, erlangen einige Arbeiterinnen die Fähigkeit, Eier zu legen. Da diese jedoch nur unbefruchtet sind, entstehen daraus nur Drohnen. Man sagt, das Volk ist "buckelbrütig", da die entstehenden Brut charakteristisch "buckelig" aussieht). Während der Monate April bis Juli leben Arbeitsbienen als Sommerbienen ca. sechs Wochen, werden sie jedoch im August oder September geboren, so leben sie als Winterbienen bis zum Frühjahr. Die Arbeitsbienen verrichten alleine im Stock alles. Dabei bedienen sie sich einer altersspezifischen Arbeitsteilung. Die jungen Bienen verrichten bis zum 20. Lebenstag alle Arbeiten innerhalb des Stockes und werden daher auch als Stockbienen bezeichnet. Am Anfang ihrer Arbeit steht das Zellenputzen. Ab ca. dem 3. Lebenstag beginnen die Jungbienen die älteren Maden mit einer Mischung von Honig und Pollen zu füttern. Etwas später, wenn sich die Futtersaftdrüsen im Kopf der Biene vollständig entwickelt haben, wird die jüngere Brut mit einem eiweißreichem Futtersaft versorgt. Ab dem 10. Lebenstag haben sich die Wachsdrüsen an der Unterseite des Bauches vollständig entwickelt. Die Biene wird zur Baubiene und kann das Bienenwachs "ausschwitzen". Zwischen dem 10. und 20. Lebenstag verrichten die Bienen verschiedenste Aufgaben. So nehmen sie den Nektar in Empfang, dicken ihn zu Honig ein und stampfen Pollen in die Zellen ein. Am 20. Lebenstag treten einige Bienen als Wächterinnen an und verteidigen das Volk vor Eindringlingen. Dabei kontrollieren sie auch die ankommenden Sammlerinnen auf ihre Zugehörigkeit zum Volk. Erst dann werden sie endlich bis zum Tode Flugbienen und sammeln Nektar, Pollen, Wasser oder Propolis.
    Tag Aufgabe
    1 - 3 Putzbiene - Zellen putzen
    Die Biene putzt Ihre Zelle und kümmert sich auch um andere Zellen
    Die Futtersaftdrüsen bilden sich aus
    3 - 11 Ammenbiene - Pflege der Brut
    Zunächst füttert die Biene ältere Maden mit einem Gemisch aus Pollen und Honig. Haben sich die Futtersaftdrüsen voll ausgebildet, übernimmt die Biene die Pflege der jüngeren Brut
    Die Wachsdrüsen sind im Aufbau
    12 - 18 Baubiene - Wabenbau
    Jetzt wo die Wachsdrüsen voll ausgebildet sind, produzieren die Bienen Wachs und bauen den Wabenbau aus
    Die Futtersaftdrüsen bilden sich zurück
    19 - 21 Wächterin - Bewachung des Volkes
    Rückbildung der Wachsdrüsen
    22 -30 Arbeitsbiene - Nährstoffe sammeln
    Die Biene sammelt jetzt Honigtau, Nektar, Pollen, Wasser und Kittharz
    Das Grundprinzip der altersmäßigen Arbeitsteilung ist jedoch in hohem Maße in Notsituationen anpassungsfähig, so daß niemals in einem Bienenvolk bestimmte Arbeiten liegen bleiben.

    Die Drohnen
    Körperlänge: 15 bis 17 mm
    Masse: etwa 0,196 g
    Die Drohnen haben im Bienenvolk keine Aufgabe außer eine Königin zu begatten. Diese Aufgabe können aber die wenigsten Männer im Laufe ihres Lebens erfüllen. Da die Verjüngung des Bienenvolkes im Sommer stattfindet, kann man Drohnen auch nur dann im Volk antreffen. Im Herbst werden alle Drohnen als Schmarotzer im Zuge der "Drohnenschlacht" von den Arbeiterinnen getötet. Im Sommer besitzen sie jedoch höchste Privilegien. Ein Bienenvolk beherbergt so während der Fortpflanzungszeit einige hundert Drohnen. Durch ihre auffällige Gestalt, ihren plumpen, breiten Körper und verhältnismäßig riesige Facettenaugen sind sie im Bienenstock leicht zu erkennen. Aufgrund ihrer Größe wachsen sie deshalb auch in extra für sie errichteten Zellen auf, die sich durch ihre Größe von den normalen Arbeiterzellen unterscheiden. Ein Drohn lebt in der Regel 24 Tage, wenn er bei der Paarung nicht sein Lebensziel erfüllt und so frühzeitig stirbt. Ab dem 12. Lebenstag sind die Drohnen in der Regel begattungsfähig. Sympathisch sind die Drohnen deshalb, weil sie nicht stechen. Sie können es gar nicht, da sie gar keinen Stachel besitzen
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    Das Volk als Einheit
    Das Volk als Einheit ist mehr als die Summe seiner Glieder. Es ist eine funktionelle Einheit, sinnvoll in Geschlechter und Kasten aufgeteilt und abgestimmt, so daß es eine harmonische Einheit bildet. Auf den ersten Blick mag es so aussehen, daß die Königin allein regiert, evolutionstheoretisch betrachtet ist die Königin jedoch eine "Sklavin" der Arbeitsbienen. Zwar kann das Bienenvolk ohne die Königin nicht existieren, aber die Arbeiterinnen entscheiden z.B. ob die Königin viele oder wenig Eier legen soll, indem sie ihr die nötige Futtermenge zumessen. Sie regeln den Nachwuchs von Geschlechtstieren durch Errichtung der nötigen Larvenwiegen und Pflege. Sie kontrollieren die Temperatur im Volk: Kühlen durch Wasserverdunstung und Fächeln am Flugloch, wärmen durch Muskelzittern. Die Arbeitsbienen sorgen für den Nahrungserwerb, produzieren das Wachs und halten den Stock sauber und keimfrei (-> Propolis) sowie sie ihn gegen Eindringlinge verteidigen. Die einzelne Biene ist unbedeutend, erst das Volk als Einheit ist zu phantastischen Leistungen fähig, z.B. dem Errichten von durch und durch gleichmäßigen, sechseckigen Waben aus Bienenwachs, welche als Kinderstube, Honig- und Pollenspeicher sowie Wohneinrichtung funktionieren.
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    Die Kinderstube
    Am Anfang setzt die Königin ein Bienenei auf den Grund der Zelle ab. Dabei kriecht sie zunächst vorwärts ein Stück in die Zelle hinein, mißt mit den Füßen die Zellengröße aus und senkt schließlich ihren Hinterleib in die Zelle um entweder ein befruchtetes oder unbefruchtetes Ei auf den Zellenboden abzulegen. Die Königin legt die Arbeitereier in die Arbeiterzellen und die Drohneneier in die Drohnenzellen. Königineier gibt es nicht. Es sind dieselben wie die Arbeitereier, nur werden sie in bestimmten Zellen, den sogenannten Weiselzellen gelegt und besonders gefüttert. Aus diesem etwa 1,5 mm großen Bienenei schlüpft nach drei Tagen eine kleine Larve. Die Arbeiterinnen füttern diese Larven zunächst mit einem Futtersaft aus ihren Kopfdrüsen. Normale Bienenbrut erhält dann später eine Mischkost aus Pollen und Honig die Königinnenlarven erhalten jedoch die ganze Zeit über diesen Futtersaft. Die Unterschiedliche Ernährung ist auch gleichzeitig das Geheimnis der beiden weiblichen Bienengestalten. Bis zu einem Larvenalter von 3 Tagen ist so noch eine Umstimmung von Arbeitsbiene zur Königin möglich. Hiervon machen die Bienen gelegentlich Gebrauch, wenn nämlich die alte Königin plötzlich verschwindet. Die Maden liegen zunächst gekrümmt auf dem Boden (Rundmaden) strecken sich dann jedoch aufgrund des Platzmangels in die Höhe (Steckmaden). Gleichzeitig wird dann die Zelle von den Arbeitsbienen mit einem luftdurchlässigem Wachsdeckel versehen. Dies geschieht bei allen Bienenwesen um den 9.Tag nach der Eiablage (Bei der Königin etwas früher und bei den Drohnen etwas später). In den gedeckelten Zellen spinnt die Made einen Kokon um sich. Jetzt entwickeln sich erst die Strukturen der zukünftigen Biene. Die Königin schlüpft schließlich am 16.Tag nach der Eiablage, die Arbeiterinnen erst nach 21 Tagen und die Drohnen gar erst nach 24 Tagen. Jetzt beginnt erst das richtige Leben der Bienen.
    Königin
    1. Tag

    2. Tag

    3. Tag

    4. Tag
    erste Häutung
    5. Tag
    zweite Häutung
    6. Tag
    dritte Häutung
    7. Tag
    vierte Häutung
    8. Tag Deckelung

    9. Tag

    10. Tag
    fünfte Häutung
    11. Tag

    12. Tag

    13. Tag

    14. Tag

    15. Tag
    sechte Häutung
    16. Tag Schlupf
    Arbeiterin
    1. Tag

    2. Tag

    3. Tag

    4. Tag
    erste Häutung
    5. Tag
    zweite Häutung
    6. Tag
    dritte Häutung
    7. Tag
    vierte Häutung
    8. Tag

    9. Tag Deckelung

    10. Tag

    11. Tag

    12. Tag
    fünfte Häutung
    13. Tag

    14. Tag

    15. Tag

    16. Tag

    17. Tag

    18. Tag

    19. Tag

    20. Tag
    sechte Häutung
    21. Tag Schlupf
    Drohn
    1. Tag

    2. Tag

    3. Tag

    4. Tag
    erste Häutung
    5. Tag
    zweite Häutung
    6. Tag
    dritte Häutung
    7. Tag
    vierte Häutung
    8. Tag

    9. Tag

    10.Tag Deckelung

    11. Tag

    12. Tag

    13. Tag

    14. Tag
    fünfte Häutung
    15. Tag

    16. Tag

    17. Tag

    18. Tag

    19. Tag

    20. Tag

    21. Tag

    22. Tag

    23. Tag

    sechste Häutung
    24.Tag Schlupf
    Legende
    Ei
    offene Brut
    verdeckelte Brut

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    Das Bienenjahr
    Das Bienenjahr läuft nicht mit einem Kalenderjahr gleich. Es endet mit der letzten Haupttracht im Sommer und beginnt mit der Nachtrachtpflege, der Vorbereitung auf den Winter. Der August und der September bieten den Bienen die letzte große Gelegenheit einen Futtervorrat für den Winter anzulegen. Durch die hohe Legeleistung der Königin wird für eine möglichst große Anzahl an langlebigen Winterbienen gesorgt, die nur wenig Stockarbeiten verrichten müssen, bevor das Volk in die Winterruhe geht. Nach dem Einstellen der Legetätigkeit der Königin im September und dem Schlüpfen der letzten Brut im Oktober bilden die Bienen eine Wintertraube, d.h. sie schließen sich auf den Futterwaben eng um die Königin zusammen und erzeugen durch Muskelzittern Wärme. So entstehen trotz Minusgrade am Rande der Traube ca. 15°C und im Zentrum um die Königin ca. 25°C. Bei einer Außentemperatur ab 8°C erfolgen gelegentlich Ausflüge zum Entleeren der Kotblase (Reinigungsflug), bei einem langen Winter verschiebt sich der erste Reinigungsflug jedoch mitunter in den März. Mitte Februar endet die Winterruhe. Es beginnt ein neuer Abschnitt im Leben des Bienenvolkes. Durch eine erhöhte Legeleistung der Königin und das Einsetzen der Frühtracht entwickelt sich das Volk rasch. Das Brutnest weitet sich aus, der Sammeleifer der Arbeitsbienen beginnt, und neue Waben entstehen. Aus einer Wintertraube von ca. 15.000 Bienen hat sich bis Mitte Mai ein starkes Bienenvolk entwickelt, welches 60.000 Individuen zählt. Mit der Haupttrachtzeit im Mai beginnt wieder ein neuer Abschnitt im Leben des Bienenvolkes, welcher von entscheidender Bedeutung für den Fortbestand des Bienenvolkes ist. Nach der Aufzucht von Geschlechtstieren, den Drohnen und den Weiseln, teilt sich das bisherige Volk auf. Die eine Hälfte des Volkes, die mit der alten Königin, zieht als Schwarm aus, hängt sich an einen Ast oder ähnliches und sucht sich eine neue Wohnung. In dem Restvolk schlüpft nun eine neue Königin und schon nach der Begattung übernimmt diese die Aufgaben des alten Volkes. Im Juli läßt die Legetätigkeit der Königin merklich nach. Alle Stockinsassen, die für die Überwinterung und für die Entwicklung im kommenden Frühjahr eine Belastung bedeuten, also alte, abgearbeitete Bienen, Drohnen und Drohnenbrut werden beseitigt und aus dem Stock entfernt. Die sogenannte Drohnenschlacht beendet das Bienenjahr und kennzeichnet gleichzeitig die gute Verfassung der Völker für die Wintervorbereitung. nach oben
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    Verhalten der Biene
    Das Verhalten wird durch Handlungen bestimmt, mit denen sie auf äußere und innere Reize reagieren. Die darauf folgende Reizbeantwortung erfolgt durch Reflexe, Taxien und ganz speziefische Verhaltensweisen. Einige dieser typischen Verhaltensweisen werden u.a. nachfolgend beschrieben.

    Die Reizaufnahme
    Die Aufnahme der auf die Bienen einwirkenden Reize erfolgt durch verschiedene Wahrnehmungs- und Sinnesorgane, Receptoren, und werden dann über Nervenbahnen zum Zentralen Nervensystem weitergeleitet, ausgewertet und hier dann zu entsprechenden Reaktionen verarbeitet. Man unterscheidet die Rezeptoren nach den unterschiedlichen Energieformen der Reizeinwirkung, das wären Licht-, Chemische-, Mechanische- und thermische Reize.
    Der Lichtsinn
    Der Lichtsinn spielt im Leben der Bienen eine besondere Rolle. Die Biene ist ein Augentier und nimmt die Lichtreize durch die am Kopf sitzenden drei Punktaugen sowie zwei großen Facettenaugen wahr. Beide Augenarten wirken zusammen und gleichen die schlechte Beweglichkeit des Kopfes wieder aus. Die Punktaugen sind sehr lichtempfindlich, mit ihnen vermag die Biene jedoch keine Konturen erkennen. Die Facettenaugen sind zwar lichtschwach, ermöglichen aber ein konturenreiches Sehen über ein weites Umfeld. (mehr dazu unter "Körperbau der Biene") Das Farbsehen ermöglicht es der Biene zwischen den verschiedenen, durch die Blüten reflektierten, Lichtwellen zu unterscheiden, und somit die vielfältige Blütenpracht zu erkennen. Allerdings ist das Farbspektrum der Biene in den ultravioletten Bereich verschoben, wobei sie niedrige Frequenzen des roten Lichtes nicht wahrzunehmen vermag. Somit sieht die Biene andere Farben als der Mensch. Auch sind Blüten, mit für uns einheitlicher Farbe, für die Bienen konturenreich, weil die Blütenteile das ultraviolette Licht unterschiedlich reflektieren. Die Bienen sind außerdem in der Lage, polarisiertes Licht wahrnehmen, so daß sie den Sonnenstand auch bei völlig bedektem Himmel ermitteln und sich somit orientieren können. Wie die meisten Insekten erkennt die Biene Gegenstände, die sich in ihrer Form konturenreich von der Umgebung abgrenzen, deutlicher als welche, die sich farblich nur kaum von der Umwelt unterscheiden. Außerdem sieht die Biene sich bewegende Gegenstände besser, weshalb es auch immer ratsam ist, an ein Bienenvolk ruhig heranzugehen.
    chemische Sinne
    Zu den chemischen Sinen gehören der Geruchs- und der Geschmackssinn, bei sind wichtige Orientierungshilen bei der Nahrungssuche, sowie bei der Kommunikation (siehe "Mitteilungsverhalten der Bienen") Bienen sind auf die Pflanzendüfte weitgehend spezialisiert und reagieren schon auf geringste Duftspuren in größerer Entfernung. Beim Besuch der Blüte vermag sie deutlich den Pollengeruch vom eigentlichen Blütenduft zu unterscheiden. Die Duftstoffe werden mit Sinneszellen an den Antennen der Bienen wahrgenommen. Die Geschmackssinnesorgane liegen an der Zungenwurzel. Im Gegensatz zu dem Menschen empfindet die Biene nur wenige Zuckerarten als süß. Auch vermag sie geringere Zuckerkonzentrationen nicht wahrzunehmen, wie der Mensch etwa. Dies bewhrt sie davor, allzu dünnen Nektar zu sammeln, für den sich der Aufwand gar nicht lohnt. Die Geschmacksempfindung für Bitterstoffe scheint den Bienen auch zu fehlen, da sie auch solche Zuckerlösungen nicht verweigert.
    Mechanische Sinne
    Mechanische Sinne sind solche Sinneswahrnemungen, bei denen Reize durch Druck, Zug, Stoß, Vibration u.ä. auftreten. Hierzu gehören Tast-, Vibrations-, Strömungs- und Schweresinn. Der Tastsinn ist vor allem an Tastborsten und Tasthaaren gebunden. Die Tastborsten sind gelenkig in die Chitindecke eingelassen und über den gesamten Bienenkörper verteilt. Der Tastsinn ist bei den Bienen besonders stark ausgebildet und für die Orientierung im dunklen Bienenstock, sowie bei der Verrichtung bestimmter Aufgaben unentbehrlich. Der Vibrationssinn ist einem Seitenorgan, dem Subgenualorgan, zugeordnet, das jeweils an dem oberen Ende der Schiene der Vorderbeine liegt. Wahrscheinlich sind aber auch die Tasthaare in der Lage, Erschütterungen wahrzunehmen. Gegen plötzliche, stoßartige Erschütterungen sind die Bienen besonders empfindlich, insbesondere während der Wintermonate. Der Strömungssinn ermöglicht es den Bienen während des Fluges ihren Flügelschlag der jeweiligen Luftströmung anzupassen. Ein saitenartiges Sinnesorgan, das Johntonssche Organ, im Wendeglied der beiden Antennen gelegen, nimmt den Luftwiderstand als Reiz auf, welcher die entsprechende Reaktion bei der Biene auslöst. Der Schweresinn befähigt die Bienen, ihre Körperhaltung zu regulieren und sich auf die Schwerkraft einzustellen. Die Wahrnehmungsorgane sind hierzu Tasthaare und Saitenorgane. Mit Hilfe des Schweresinnes ist den Bienen der senkrechte Wabenbau möglich. Der Gleichgewichtssinn ist vermutlich eng mit dem Schwere- und Tastsinn verbunden. Zum Erhalt des Gleichgewichtes während des Fluges spielen aber auch die Augen eine entscheidene Rolle. Die Lage des Körpers wird also auch optisch eingestellt und korrigiert.
    Thermischer Sinn
    Der Thermische Sinn der Bienen ist nicht nur sehr stark ausgeprägt, er ist auch lebensnotwendig, da die Temperatur im Bienenstock für die empfindliche Bienenbrut immer nahezu konstant gehalten werden muß. Die Sinneszellen zur Wahrnehmung der Temperatur liegen vermutlich ebenfalls in den Antenen.

    Reizbeantwortung
    Die einfachsten Reizbeantwortungen sind Reflexe, die bei den Bienen als unbedingte und bedingte Reflexe in Erscheinung treten. Der unbedingte Reflex ist die Antwort auf eine Reizeinwirkung, die nicht im Hirn verarbeitet werden muß, sondern direkt von den Nervenknoten gesteuert werden. Beim unbedingten Reflex bewirkt der Reiz eine einfache, meist in sich geschlossene Handlung. So ist das Krümmen des Hinterleibes und das Ingangsetzen des Stechmechanismus ein unbedingter Reflex, der bei der Berührung der Biene ausgelöst wird. Beim bedingten Reflex wird die Reaktion auf den Reiz teilweise erlernt. Die Biene merkt sich Form, Farbe und Duft der Blüten, die gerade Nahrung bieten. Sie erlernt, zu welchen Tageszeiten der Nektar besonders reichlich vorhanden ist und auch, wie er auf dem kürzesten Wege zu gewinne ist. Jeder dieser Reize kann auslösender Faktor für bedingte Reflexe sein. Werden z.B. Biene auf einer Palette bestimmter Farbe gefüttert, so fliegen sie diese Farbe auch noch längere Zeit an, auch wenn dort kein Futter mehr angeboten wird. Die Bienen haben gelernt, den Reiz der Farbe mit dem Angebot an Futter zu verknüpfen. Die Orientierung der Bienen im Raum erfolgt durch Reize, die mit gerichteten Reaktionen beantwortet werden. Die gerichtete Ortsbewegungsreaktion wird als Taxis bezeichnet. Die verschiedenen Taxien sind nach den auslösenden Reizen, wie Licht, Duft und Temperatur, zu unterscheiden, die im Leben der Biene eine wichtige Rolle spielen. Die Bienen können dem Reiz zustreben (positive Taxis) oder fliehen (negative Taxis). Beim öffnen eines Bienenstockes fliegen die Fugbienen zum Licht hin - sie sind positiv phototaktisch -, während sich die Jungbienen vom Licht abwenden - sie sind negativ phototaktisch-. Die Bienen können auf eine Duftquelle zufliegen, sich bei Ekelgeruch aber auch abwenden. Bei einem Temperaturunterschied zur Idealtemperatur im Stock, wenden sich die Bienen der ihrem jeweiligen Bedürfnis entsprechenden günstigen Temperatur zu. Die Verhaltensweisen der Biene sind ein komplizierter Komplex von sich gegenseitig beeinflussenden Reizen, Reflexen, Taxien, Stoffwechselvorgängen, vererbten und erlernten Handlungsweisen.
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    Das Brutpflegeverhalten
    Die Arbeitsbienen beginnen ab dem dritten Lebenstag mit der Brutpflge. Schlüsselreize sind die von den Maden ausgeschiedenen Hautsekrete und Duftstoffe. Fehlen diese, so werden die Maden als Fremdkörper angesehen und aus den Zellen entfernt. Befindet sich keine offene Brut im Volk, so fürhrt dies bei den Ammenbienen zu Unruhe und bei Flugbienen zu erhöhter Stechbereitschaft. Werden dem Volk aber wieder junge Maden zur Pflege gegeben, dann wird es schlagartig wieder ruhig. Je nach Alter erhalten die Maden von den Ammenbienen unterschiedlich zusammengesetzte Nahrung. Jungen Maden wird ein weißlicher Futtersaft verabreicht (Gelée royale) ältere Maden erhalten dann einen klareren Futtersaft (von älteren Ammenbienen), dem zunehmend mehr und mehr Pollen und Honig beigemischt wird. Die jüngsten Maden werden zunächst in Abständen von mehreren Stunden gefüttert, mit zunehmendem Alter wird ihnen jedoch stündlich mehrmals Futter verabreicht. Die Fütterungsdauer beträgt, je nach Alter der Maden, 30 Sekunden bis 3 Minuten. Die Königinnenmaden werden stets bevorzugt und besonders reichlich auschlißlich mit dem weißlichen Futtersaft der jüngsten Ammenbienen versorgt.
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    Das Abwehrverhalten
    Die Verteidigung des Volkes wird ausschlißlich von den Arbeiterinnen erledigt, da den Drohnen ein Stachel zugunsten eines mächtigen Geschlechtsorgans fehlt. Die Intensität des Abwehrverhaltens ist an das Alter der Bienen gebunden, so sind ganz junge, frisch geschlüpfte Bienen infolge ihres noch weichen Außenskelettes und ihrer noch fast leeren Giftblase nur schwer reizbar. Je älter die Bienen werden, umso niedriger wird die Reizschwelle, so daß schnelle Bewegungen, unangenehme Gerüche und Erschütterungen um den Stock den Abwehrvorgang aktivieren können. Die höchste Alarmbereitschaft zeigen jedoch die Wächterinnen am Flugloch. Die Stechlust der Bienen ist zum Teil erblich bedingt, weshalb der Imker immer bestrebt ist, sanftmütige Bienen zu züchten, aber z.T. auch durch Umwelteinflüsse. So steigt z.B. bei Gewitterschwüle, Weisellosigkeit, fehlenden Futtervorräten oder wie bereits erwähnt durch hektische Bewegungen, Stöße und üble Gerüche (Alkohol, Schweiß, Pafüms, Seifen etc.) die Reizbarkeit. Dieses Abwehrverhalten bezieht sich jedoch nur auf das Bienenvolk und seine direkte Umgebung. Dies ist auch dringend notwendig, da es viele Räuber auf die kostbaren Honigvorräte der Bienen, oder auch auf die nahrhafte Bienenbrut abgesehen haben. Deshalb nimmt dieses Abwehrverhalten mit zunehmendem Abstand vom Bienenvolk auch deutlich ab. Die Biene benutzt dann lediglich ihren Stachel zur Selbstverteidigung, wenn sie selber angegriffen wird. Das Abwehrverhalten eines Bienenvolkes richtet sich meist gegen andere Insekten, die durch das Flugloch in den Stock eindringen wollen. Artgenossen aus fremden Völkern gelten ebenfalls als Eindringlinge und werden abgestochen, falls sie sich falsch verhalten. Bei Insekten, also Tieren mit einem festen Chitin-Außenskelett gelingt es den Bienen ihren Stachel nur zwischen den einzelnen festen Segmenten anzusetzen, an den flexiblen, empfindlichen Häuten. Die Biene überlebt den Angriff, da sie den Stachel wieder unbeschadet aus dem Opfer ziehen kann. Sticht eine Biene dagegen ein weichhäutiges Tier mit Innenskelett, wie den Menschen, so kann sie ihren Stich theoretisch überall am Körper des Tieres anbringen. Praktisch wird sie jedoch durch Fell und Federn an vielen Stellen daran gehindert, oder sie muß sich erst mühsam einen Weg bahnen. Hier jedoch dringt sie nur wenig unter die Oberfläche. Da sie damit die dicke Haut nur wenig durchdringen kann, hat die Natur ihr einen Kamikaze-Trieb zum Schutz des gesamten Volkes angezüchtet. Sticht die Biene in eine elastische Haut, so kann sie ihren Stachel aufgrund der Wiederhaken und der Elastisität der Haut nicht unbeschadet wieder herausziehen. Beim Versuch reißt sie sich so den gesamten Stachelapperat aus dem Hinterleib heraus. Dies hat u.a. auch den Vorteil, daß der "Honigräuber" die kleinen Stachel schwer entfernen kann, wogegen ganze Bienen sich leicht fortwischen lassen. Nachdem Ausreißen aus dem Hinterleib treibt der Stachel zudem durch fortwährendes Voranschieben der Stechborsten, angetrieben durch die Stechmuskelatur (der ausgerissene Stachel trägt einen eigenen Nervenknoten), immer tiefer in die Haut hinein und pumpt gleichzeitig das Gift aus der Giftblase in sein Opfer. Am Ende des Stachels sitzt noch ein Organ, das eine (bananenähnlich) duftende Substanz (Alarmpheromon) abgibt, die rasch weitere Bienen zum Stechen anlockt. Selbst wenn der Honigdieb fliehen will, wird er auf diese Weise chemisch markiert und über weite Strecken verfolgt. Kein anderes Insekt schlägt seine Feinde so zielsicher und nachhaltig in die Flucht. Die Wirkstoffmenge eines Stiches reicht bei größeren Tieren jedoch nicht zur Lähmung wie bei kleineren Kerbtieren, sondern nur zur lokalen Schmerzauslösung und zum Anschwellen des Stichgebietes. Eine Biene, die in ein anderes Volk zwecks Räuberei eindringen will, fliegt das fremde Flugloch unsicher und zögernd an, setzt sich kurz, flieht wieder und kehrt mit auffallend seitlich pendelndem Flug zurück. Starke Völker vermögen meist mit solchen Raubbienen fertig zu werden. Anders ist das Verhalten der mit Nektar und Pollen beladenen Sammelbienen, die sich verflogen haben. Auch sie wird zunächst angegriffen, weil ihr der stocktypische Geruch fehlt. Sie flieht aber nicht, sondern bietet den Wächterinnen Futter an, welches diese begierig aufnehmen. Dabei strebt sie Schritt für Schritt zum Flugloch hin, bis sie ungehindert in den Stock schlüpft. Das Abwehrverhalten der Stockbienen wird aber gehemmt, wenn eine größere Bienenmenge in ein anderes Bienenvolk überläuft. Dies geschieht in geschlossenen Kolonien mit ausgestülpten Duftdrüsen und lebhaftem Fächeln. Der starke Duft des überlaufenden Volkes irritiert die Wächterinnen. Ein Volk oder ein Volksteil, das aus irgendwelchen Gründen seinen Stock verlassen muß, kann also ungehindert in das Nachbarvolk überwandern. Während des gesamten Sommers werden Drohnen, auch fremde Drohnen anderer Völker, im Stock geduldet und gepflegt. Sie werden aber abgewehrt, vertrieben und sogar als nutzlose Futterfresser abgestochen, wenn der Sommer seinem Ende zugeht und eine Begattung junger Königinnen nicht mehr zu erwarten ist. Diese sogenannte Drohnenschlacht signalisiert aber, daß das Volk in Ordnung ist und sich auf den Winter vorbereitet.
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    Das Bauverhalten
    Der Bau der Waben wird normalerweise von den Baubienen im Alter zwischen 8 und 21 Tagen ausgeführt, wenn die Wachsdrüsen in voller Funktion sind. Die Hauptzeit der Bautätigkeit liegt im Frühjahr, wenn das Volk in aufstrebender Entwicklung ist. Voraussetzung ist jedoch, daß reichlich Pollen und Nektar vorhanden sind. Auch die Umgebungstemperatur hat Einfluß auf die Bautätigkeit, so wird der Bautrieb desto geringer, je kälter es wird. Eine besonders starke Bautätigkeit entfaltet ein Schwarm, da dies bei ihm zwingend notwendig ist, möglichst schnell ein Nest zu erschaffen. Alle Bienen, egal welchen Alters, produzieren, eingehend mit einer starken Entwicklung der Wachsdrüse, Bienenwachs zum Ausbau des neuen Bienenstockes. Läßt man einen solchen Schwarm ungehindert bauen, so werden in kürzester Zeit mehrere Waben freihängend gebaut. Sie haben stets einen Abstand von 35 mm von Wabenmitte zu Wabenmitte. Von Wabenoberfäche zu Wabenoberfläche beträgt der Abstand 10 mm, so daß zwei Bienen ungehindert nebeneinander hindurchgehen können. Werden die Zellen später mit Honig gefüllt und verdeckelt, so hat nur noch eine Biene Platz genug. Die Größe der Wabengasse hat einen entscheidenen Einfluß auf die Harmonie des Volkes; Hängt man die Waben ein wenig weiter auseinander, so verlängern die Bienen diese (Dickwaben) und können sie so nur noch als Futterspeicher benutzen, Brut kann darin nicht mehr aufgezogen werden. Zum Bau der Waben ketten sich die Bienen zusammen (Bautrauben), mit den Köpfen nach oben gerichtet. Sie produzieren dann in bestimmten Drüsen das Wachs ("sie schwitzen es aus"), streifen es mit der Fersenbürste der Hinterbeine ab und reichen es nach vorne zu den Mundwerkzeugen des Kopfes, wo es geknetet und bearbeitet wird. Die Biene heftet sodann selbst das Wachsklümpchen an die entstehende Wabe an. Die Wabe wird nicht Zelle für Zelle gebaut, sondern sie wächst als Muster und die Zellenwände werden stetig von außen her erhöht. Ganz frisches Bienenwachs ist zunächst fast weiß, wird jedoch durch weitere Verarbeitung und durch das sog. Pollenöl dunkler, zunächst goldgelb. Wird die Wabe dann mehrmals bebrütet, so schlägt die Farbe ins Dunkelbraune um (vergleiche nebenstehende Bilder). Die sechseckigen Zellen des Wabenbaus auf beiden Seiten sind versetzt, so daß der Mittelpunkt des Grundes der einen Zelle stets der gemeinsame Eckpunkt von drei Zellen der anderen Seite ist. Gleichzeitig sind die Zellen leicht nach oben gerichtet. So ergibt sich schließlich ein Muster, welches eine höchste Stabilität bei gleichzeitig geringstem Materialverbrauch besitzt, also die beste Kombination aus Materialverbrauch und Stabilität. Die Verwendung des Wabenbaus ist vielseitig; so dient er einerseits als Lagerstätte für Honig, und Pollen, andererseits zur Aufnahme der Bienenbrut. Wird den Bienen vom Imker eine schon vorgedruckte Wabe gereicht, so dient diese als Schlüsselreiz die Zellenwände hochzuziehen, eine einfache Wachsplatte wird dagegen nur als Rohstoffquelle benutzt. Zum Bauverhalten gehört schließlich auch das Verschließen der Zellen spinnreifer Maden mit einem luftdurchlässigen Deckel, sowie das Verschließen reifen Honigs mit einem luftdichten Deckel. Als Auslöser dient einmal die spinnreife Made und das andere Mal die Reife des Honigs.
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    Mitteilungsverhalten
    Die Bienen verfügen über verschiedenste Möglichkeiten, miteinander zu kommunizieren. Hierbei handelt es sich vor allem, wie meist in der Welt der Insekten, um Mitteilungen über den Geruchssinn, aber auch um den Tastsinn. So regelt die Pheromonabgabe der Königin entscheidend den Arbeitsablauf innerhalb des Bienenvolkes. Der Geruch eines Bienenvolkes ist auch u.a. deswegen von entscheidener Bedeutung, da im Allgemeinen keine Bienen mit fremdem Stockgeruch von den Wächterinnen durchgelassen werden. Ausnahme: Drohnen können zur Zeit der Hochsaison jedes Flugloch passieren und Arbeiterinnen, die Futter in Form von Honig oder Pollen bei sich tragen, "bestechen" die Wächterinnen und können sich so ebenfalls in einen fremden Stock integrieren. Um es den schwerbeladenen, heimkehrenden Bienen zu erleichtern, verbreiten einige Bienen am Flugloch häufig durch sogenanntes Sterzeln, dabei schlagen die Bienen heftig mit den Flügeln, strecken das Hinterteil empor und sondern über eine spezielle Drüse den Duftstoff ab, den Geruch des Volkes. Eine besondere Art der "Sprache" zwischen den Bienen hat sich im Gebiet der Nahrungssuche entwickelt. Daß sich gerade hier die Bienen hoch spezialisiert haben ist naheliegend, da das Gedeihen eines Bienenvolkes entscheidend von den Trachtverhältnissen in der Umgebung eines Bienenstockes abhängt. Daher müssen die Bienen in der Lage sein, gute Trachtquellen ausfindig zu machen und diese Information auch an andere Stockinsassen weitergeben zu können. Da es vollkommen unökonomisch wäre, wenn alle Bienen gleichzeitig suchen würden, fliegen jeden Tag nur etwa 3-4% aller Bienen aus, um neue Trachtquellen zu suchen. Diese Bienen sind jedoch in der Lage, den anderen gute Trachtquellen mitzuteilen. Dafür bedienen sie sich zwei verschiedener Tänze, dem Rundtanz und dem Schwänzeltanz, den sie auf der Wabe ausführt.
    Der Rundtanz
    Kehrt eine Biene von einer Trachtquelle in der Nähe (etwa 100 m Radius um das Volk)zurück in den Stock und will ihre Entdeckung den anderen mitteilen, so beginnt sie den Rundtanz aufzuführen, indem sie einige Minuten lang unter häufigem Wechsel der Drehrichtung kreisförmige Figuren beschreibt. Der Rundtanz beschreibt zwar nicht die genaue Richtung in der die Trachtquelle liegt, wohl aber daß sie in unmittelbarer Nähe liegen muß. Durch Mittanzen der anderen interessierten Bienen (im Stock ist es ja absolut dunkel) und Aufnahme des Nektars von der Trachtquelle werden weitere Informationen wie Geruch übermittelt. Außerdem beschreibt die Heftigkeit mit der der Tanz ausgeführt wird wie ergiebig die Trachtquelle ist. Demnach werden nur sehr wenig Bienen die Futterquelle anfliegen, wenn die Tänzerin nur sehr müde tanzt.
    Der Schwänzeltanz
    Bei Trachtquellen größerer Entfernungen, die Biene kann sich durchschnittlich in einem Radius von etwa 5 Kilometern um den Stock orientieren, verwendet die Biene zur Mitteilung den Schwänzeltanz. Die Tanzform ist im nebenstehenden Bild zu erkennen. Charakteristisch sind die heftigen Schwänzelbewegungen des Hinterleibs im Mittelstück des Tanzes. Im Gegensatz zum Rundtanz ermöglicht der Schwänzeltanz außerdem die Weitergabe der Richtung, in der die Trachtquelle liegt. Dabei sind die Bienen in der Lage den Winkel zwischen Trachtquelle und Sonne in das Schwerefeld zu transformieren. Das bedeutet, daß der Schwänzeltanz zur Senkrechtenden den gleichen Winkel beschreibt wie zwischen Trachtquelle und Sonne. Durch die Übermittlung der Entfernung, die Länge des mittleren Tanzstückes beschreibt die Distanz zur Futterquelle, können die Sammelbienen außerdem diejenige Menge an Futter als "Treibstoff" mitnehmen, den sie für den Flug benötigen. Außerdem wissen die Bienen, wonach sie suchen müssen, da ihnen der Geruch durch eine Futterprobe übermittelt wird. Entscheidend für die Wirksamkeit des Schwänzeltanzes ist jedoch auch vor allem die Bauweise der Waben. Die oberen Ränder der hauchdünnen Wabenwände sind verdickt, so daß ein sechseckiges Maschennetz entsteht, das die Vibrationssignale ideal weiterleiten kann, die von mechanischen Rezeptoren an den Bienenbeinen aufgenommen werden. So "ertasten" die Bienen den Tanz im völlig dunklen Bienenstock. Der Schwänzeltanz funktioniert mit einer erstaunlichen Genauigkeit von bis zu 100%. Die Richtung erkennen die ausfliegenden Bienen auch bei bewölktem Himmel, da sie, aufgrund ihrer Fähigkeit polarisiertes Licht wahrzunehmen, die Sonne am Himmel immer orten können. Zudem verfügen sie über ein ausgeprägtes Zeitgefühl, welches die Berücksichtigung der Sonnenbewegung möglich macht. Lange Zeit war den Forschern jedoch ein Rätsel, wie die Bienen die zurückgelegte Strecke so genau messen konnten. Ein Experiment brachte die Forscher jedoch auf die richtige Spur. Die Bienen mußten dabei durch einen sechs Meter langen Tunnel zu einer kleinen Schale mit Zuckerwasser fliegen. Die Wände des Tunnels waren mit einem unregelmäßigen Muster aus weißen und schwarzen Quadraten bedeckt. Die Bienen flogen durch den Tunnel zurück in den Stock und berichteten dort im Tanz über die Futterstelle. Sie führten dabei Tänze auf, die weit entfernte Futterstellen anzeigten. Die sechs Meter waren den Tieren offenbar wie 200 Meter erschienen. Die Forscher folgern daraus, daß der so genannte optische Fluß der Umgebung den Bienen als Kilometerzähler dient. Fliegt eine Biene durch dichte Vegetation, so kommen durch die Nähe von Bäumen und Büschen starke Bildverschiebungen zu Stande. Bei einem Flug über freies Gelände gilt das Umgekehrte. Als Resultat zeigt der Kilometerzähler unterschiedlich lange Flugwege bei gleich langen Strecken an. Dies sei aber kein Konstruktionsfehler, sondern eine höchst raffinierte Anpassung, sagen die Forscher. Ein Kilometerzähler, der sich der jeweiligen Komplexität der Landschaft anpaßt, ist enorm ökonomisch: Im Gedächtnis der Bienen wird so nie mehr Speicherplatz belegt als nötig.
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    Das Putzverhalten
    Das Putzverhalten ist ein besonders ausgeprägtes Verhalten der Bienen. Zu unterscheiden ist das Putzverhalten bezüglich des eigenen Körpers, zum anderen das des Bienenstockes. Für die Reinigung des Körpers benutzt die Biene eigens dafür entwickelte Putzeinrichtungen, besonders die Putzscharten an den Vorderbeinen. Dieses individuelle Putzen ist ein unbedingter Reflex und wird durch Fremdkörper im Haarkleid ausgelöst. Es ist teilweise ein sehr komplizierter verketteter Vorgang, welcher z.B. mit dem Pollensammeln gekoppelt sein kann. Beim Pollensammeln pudert sich die Biene mit dem Blütenstaub ein und putzt daraufhin den Pollen aus dem Haarkleid wieder raus und lagert ihn in den Pollenkörbchen an den Hinterbeinen. Die Intensität der Putzhandlungen nimmt mit steigender Temperatur zu. Das Putzen des Bienenstockes ist ein wichtiges Verhalten der Bienen und hat einen wesentlichen Einfluß auf die Gesundheit des Bienenstockes. Jegliche Fremdkörper, auch abgestorbene Bienenbrut, wird entweder verzehrt, aus dem Stock getragen oder, wenn es sich um sperrige Gegenstände handelt, wie z.B. eine Maus, mit Propolis überzogen, um den Zersetzungsprozeß zu unterbinden. Bei einem schwachem Volk ist der Putztrieb weniger ausgeprägt als bei einem starkem Volk, es ist deshalb auch anfälliger gegenüber Krankheitserregern. Deshalb sollte auch das oberste Ziel der Imkerei sein, starke Völker zu schaffen.
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    Das Sammelverhalten
    Nach der langen Winterruhe, im Frühjahr, wenn die erste Brut erscheint, müssen die Bienen schnell Nektar, Pollen und Wasser herbeischaffen, um das Wachsen des Bienenvolkes zu gewährleisten. Die Abnahme der im vorigen Jahr gesammelten Vorräte ist der Anreiz, auszufliegen und die benötigten Nährstoffe zu sammeln. Da es bei den Bienen kein angeborenes Wissen gibt, welches das Auffinden von nahrungsspendenen Pflanzen gewährleistet, werden Trachtquellen von den Bienen durch Versuch und Irrtum aufgespürt. Die Biene weiß also nicht, ob die Blüte Nektar spendet, sie probiert es einfach aus. Findet sie jedoch Nahrung in der betreffenden Blüte, so prägt sie sich die Form, Farbe, Duft und Standort ein, womit ein bedingter Reflex gebildet wird. Diese erlernten Merkmale der Blüte gewinnen die Wirkung eines Reizes, auf den die Biene mit Sammeln reagiert. Eine solche Prägung begründet die Blütenstetigkeit der Biene, sie hält jedoch nur solange an, wie die Biene Nahrung bei dieser Blütenart findet. Versiegt die Nahrungsquelle, so verlernt auch die Biene die Reize. Eine Prägung auf eine Pflanzenart geschieht vornehmlich jedoch nur dann, wenn sie ausreichend Futter liefert und in größeren Mengen vorhanden ist. Bei gemischten Nahrungsquellen mit geringer Ergiebigkeit (Läppertracht) erfolgt keine reizauslösende Prägung. Die Bienen suchen und wählen dann das ergiebigste Trachtangebot. Der Imker kann durch einen kleinen Kunstgriff den Beflug auf eine bestimmte Pflanzenart ein wenig lenken, indem er im Bienenstock eine kleine Futterquelle mit den entsprechenden Duftstoffen bereitstellt.
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    Das Schwarmverhalten
    Mit aufsteigender Entwicklung des Bienenvolkes im Mai erwacht auch gewöhnlich der Schwarmtrieb. Sobald Zellen für Geschlechtstiere, Königinnenzellen und Drohnenwaben, gebaut und bestiftet worden sind (von der Königin mit Eiern versehen), ändert sich das Verhalten der Bienen. Sie werden "schwarmlustig", ihre Sammel- und Bautätigkeit läßt merklich nach, sie hängen meist bewegungslos auf den Waben oder in Trauben vor dem Flugloch. Doch auch die Königin schränkt ihre Legetätigkeit stark ein und wird durch geringeres Füttern der Arbeitsbiene deutlich dünner und damit wieder flugtauglich. Mit der Verdeckelung der ersten Weiselzellen erfolgt ein Schlüsselreiz zur Bildung des ersten Schwarms (Vorschwarm). Königin und Arbeitsbienen geraten bei günstiger Witterung in Erregung, die Schwarmbienen versorgen sich reichlich mit Futter (Die aufgenommene Honigmenge, gesammelt in der Honigblase, reicht für drei Tage) und schließlich zieht die Hälfte der Bienen, alle Altersstufen sind vertreten, selbst Drohnen, mitsamt der alten Königin aus. Die Bienen bilden zunächst eine lockere, lebhafte Ansammlung in der Luft nahe ihrer bisherigen Wohnung. Sie setzen sich jedoch dann an einer geeigneten Stelle, einem Baumast o.ä., nieder und bilden die typische Schwarmtraube. Suchbienen fliegen sodann aus und halten nach einer geeigneten neuen Wohnung ausschau. Haben sie eine gefunden, so teilen sie dies den anderen Bienen mit Hilfe der Bienentänze mit. Der Schwarm bricht erneut auf und zieht in die neue Wohnung ein, wo er in kürzester Zeit neue Waben erschafft und die Königin ihre Legetätigkeit fortsetzen kann. Findet ein Schwarm innerhalb von drei Tagen keine neue Wohnung, so fängt er notgedrungen an seiner bisherigen Stelle an zu bauen (Der Futtervorrat ist dann ja leer), liegt jedoch im Winter völlig ungeschützt frei und wird erfrieren. Sieben Tage nachdem der Vorschwarm das Muttervolk verlassen hat, schlüpft meist die erste Königin im Altvolk. Sie läuft unruhig im Stock umher und gibt ab und zu einen durchdringenden Ton von sich. Der Imker dennt dies "Tüten". Die schlupfreifen Königinnen in den anderen Waben antworten ihr, das hört sich an wie quaken, und fällen damit ihr eigenes Todesurteil. Die e Erstgeschlüpfte wird nämlich dann diese Königinnen aufspüren, die Zellen aufnagen und ihre Konkurrentinnen abstechen. Meist halten jedoch die Arbeitsbienen sie davon ab, da diese noch mit weiteren Schwärmen ausziehen wollen. Deshalb verläßt auch diese Königinn mit der Hälfte des zurückgebliebenen Volkrestes den Stock. Dieser Nachschwarm, auch Jungfernschwarm genannt, da die Königin in ihm unbegattet ist, fliegt viel weiter und höher als der Vorschwarm. Schlüpfen noch weitere Königinnen, so können noch weitere Schwärme folgen, dies erfolgt solange, bis der Schwarmtrieb im Muttervolk befriedigt worden ist. Die Vermehrung des Volkes durch Schwärmen ist eine ungeschlechtliche Vermehrungsvorgang (ist jedoch von entscheidener Bedeutung), dem sich der geschlechtliche anschließt, wenn die neuen Königinnen auf den Hochzeitsflügen von den Drohnen begattet werden. Ob ein Volk schwärmt, hängt vom inneren Zustand des Volkes und den Umweltbedingungen ab. Raumnot, mangelnde Tracht, starke Erwärmung des Volkes durch Sonneneinstrahlung, ein mit Jungbienen, die ihren Futtersaft nicht mehr abgeben können, überfülltes Brutnest gelten als schwarmfördernde Reize, gute Tracht und einjährige Königinnen erweisen sich dagegen als hemmende Einflußfaktoren.
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    Das Paarungsverhalten
    Eine junge Königin wird normalerweise erst nach dem fünften Lebenstag paarungsreif. Sie beginnt dann zunächst mit einigen Orientierungsflügen um den Stock, wobei sie den Radius stetig vergrößert, bis sich schließlich der eigentliche Hochzeitsflug vollzieht. Die Flugweite der Königin beträgt meist nicht mehr als 2 km im Umkreis um den Stock. Während dieser Zeit erhält die junge Königin nur wenig Zuwendung von den Arbeitsbienen, ja sie wird sogar von ihnen aus dem Stock gedrängt, um ihre "Begattungswilligkeit" zu steigern. Wird die Königin nicht innerhalb vier Wochen begattet, so ist ein anschließender Hochzeitsflug nicht mehr möglich und die Königin beginnt mit der Eiablage. Da diese Eier jedoch, aufgrund der fehlenden Begattung, unfruchtbar sind, entstehen hieraus nur Drohnen, die Königin ist "drohnenbrütig". Die Drohnen sind ebenfalls nicht sofort paarungsfähig, auch sie benötigen zunächst eine Verweildauer von ca. 12 Tagen nach dem Schlupf. Der Flugradius der Drohnen beträgt meist auch nicht mehr als der der Königin, allerdings können paarungswillige Drohnen auf der Suche nach einer Königin auch Flugleistungen von bis zu 18 km vollbringen. Die Drohnen sammeln sich aber meistens an sogenannten Drohnensammelplätzen zusammen und warten auf ihre Möglichkeit, eine Königin zu begatten. Allerdings erreicht nur ein Bruchteil der Drohnen im Jahr dieses Ziel. Die Königin sucht diese Sammelplätze gezielt auf und die Drohnen erkennen die Königin anhand ihres Duftes. Die Paarungsflüge finden meist nur in den warmen Stunden des Tages, bei Temperaturen um 19°C statt. Bewölkter Himmel und Wind sind entscheidene Hindernisse. Die eigentliche Paarung findet im Fluge in einer Höhe von etwa 15m bis 18m statt. Bei der Begattung steigt der Drohn auf den Rücken der Königin, dabei umklammert er den Hinterleib der Königin mit seinen Beinen und stülpt sein Begattungsorgan in die Stachelkammer der Königin hinein. Das Ausstülpen des Begattungsschlauches und die Samenabgabe dauert nur wenige Sekunden und kostet den Drohnen das Leben, da sein Begattungsorgan ausgerissen wird. Diese Reste werden werden sodann meist von den Arbeiterinnen im Stock entfernt, so daß die Königin zur nächsten Begattung ausfliegen kann. Die Hochzeitsflüge finden bei günstigen Witterungsbedingungen in zeitlich kurzen Abständen statt, können sich aber auch über mehrer Tage erstrecken. Die Königin wird in dieser Zeit durchschnittlich 7 bis 8 mal begattet. Bei der Begattung erreicht nur ein Teil der von den Drohnen abgegebenen Samenmenge die Samenblase der Königin. Zur vollständigen Füllung ist daher die mehrfache Begattung nötig. Nach den Hochzeitsflügen beginnt die Königin schon oft nach wenigen Tagen mit der Eiablage.
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    Anatomie der Biene
    Der Körper der Biene besteht aus drei deutlich voneinander abgegrenzten Abschnitten: dem Kopf, der Brust und dem Hinterleib. Diese Dreigliederung ist bei allen Insekten vorhanden. Der Bienenkörper erhält seine Stabilität durch eine feste Außenhaut, die aus Chitin besteht und als Außenskelett bezeichnet wird. Dieser Panzer ist aus einzelnen Ringen zusammengesetzt, die mehr oder weniger fest miteinander verbunden sind. Der Kopf bildet eine fest, geschlossene Kapsel, deren Segmente nicht mehr zu erkennen sind. Auch die drei Brustsegmente sind zu einer Einheit verschmolzen. Nur am Hinterleib sind die Segmente deutlich erkennbar. Jeder Körperring besteht aus einer Rückenschuppe und einer Bauchschuppe, die beide durch Häute miteinander verbunden sind. Seine Beweglichkeit erhält der Hinterleib durch dehnbare Zwischenhäute, die die einzelnen Ringe miteinander verbinden. Bei den Arbeitsbienen sind sechs und bei den Drohnen sieben Hinterleibsringe sichtbar.
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    Kopf
    Der Kopf hat von vorne betrachtet eine nahezu dreiecksförmige Gestalt. Die feste Kopfkapsel bietet einen guten Schutz für das darunterliegende Hirn. Der Kopf trägt Antennen, Augen und Mundwerkzeuge. (Bitte bewegen Sie die Maus und klicken Sie auf dasjenige Körperteil, über welches Sie mehr erfahren möchten)
    Die Antennen: Die Antennen (Fühler) sind in der Mitte der vorderen Kopfwand beweglich eingesetzt. Jede Antenne besteht aus dem Schaftglied, welches durch das Wendeglied, das eine große Beweglichtkeit ermöglicht, mit den Geißelgliedern verbunden ist. Die Königin und die Arbeitsbienen haben 10, die Drohnen 11 Geißelgleider. Die Antennen sind dicht behaart, meist mit Sinneshaaren, die Geruchs- und Tastreize wahrnehmen. Die Antennen sind für die Bienen für das "Riechen" und "Tasten" unentbehrlich.
    Die Augen: An den beiden Seiten des Kopfes liegen, unübersehbar, die großen Facettenaugen und auf dem Scheitel des Bienenkopfes die drei kleinen Punktaugen. Mit den Facettenaugen ist die Biene in der Lage, scharfe Konturen im Wesentlichen zu erkennen, die Punktaugen spielen für das Scharfsehen zwar keine Rolle, dafür sind sie aber sehr lichtempfindlich, so daß sich die Biene auch bei Dämmerung noch orientieren kann. Die Facettenaugen (Komplexaugen) bestehen aus einer großen Anzahl (Drohn: 8.500 bis 10.500; Arbeitsbiene: 4.500 bis 5.500; Königin: 3.500 bis 4.500) von Einzelaugen (Ommatidien). Jedes Einzelauge besitzt eine sechskantige, schwach gewölbte Chitinlinse und acht bis neun Sehzellen. Die einzelnen Augen sind durch die dunkle Pigmentschicht voneinander abgeschirmt, so daß jedes Auge ein kleines Einzelbild der Umgebung an das Gehirn sendet, wo dort die Bilder zu einem Mosaik zusammengefügt werden. Mit ihren großen Facettenaugen ist es der Biene möglich, ein großes Umfeld zu überblicken, allerdings ist die Sehschärfe etwa 80 bis 100 mal geringer, als die des Menschen. Konturenreiche Formen werden so von den Bienen besser erkannt als geschlossene Bilder. Der zweite Augentyp, die Punktaugen, bestehen aus mehreren Einzelaugen, die jedoch nur eine gemeinsame Linse besitzen und nur unvollständig durch eine Farbschicht voneinander abgeschirmt sind. Daher sind die Punktaugen für das scharfe Sehen nicht geeignet, sie sind aber, wie schon erwähnt, sehr lichtempfindlich, so daß sich die Biene bei schwacher Lichtintensität noch immer orientieren kann. Das Farbspektrum der Biene ist im Gegensatzt zum Menschen in den kurzwelligeren Bereich verschoben, so daß sie ultraviolette Strahlen sehen kann, das rote Farbspektrum für sie jedoch schon Dunkelheit bedeutet. Außerdem vermag die Biene polarisiertes Licht wahrzunehmen, so daß sie auch bei bedecktem Himmel den Stand der Sonne ermitteln kann.
    Die Mundwerkzeuge: Die Mundwerkzeuge der Bienen sind ihrer Nahrungsaufnahme entsprechend angepaßt. Zwei kräftige Kiefer (Mandibeln), die zum Nagen, Pollenzerkleinern und Bearbeiten des Waches geeignet sind, befinden sich am Vorderrand des unteren Kopfteils. Die Form der Kiefer ist bei den drei Bienenwesen unterschiedlich. Bei den Arbeitsbienen haben die Kiefer eine meißelartige Verbreiterung, die Kaukanten sind glatt und scharf. An den Seiten der Kiefer steht eine Reihe von Tasthaaren. Bei der Königin ist der obere Teil des Kiefers breiter und die Außenkante trägt lange Haare. Die Kaukante weist eine kräftige Zahnung auf, mit der die Weiselzelle aufgestoßen werden kann. Beim Drohn ist die Kaukante wesentlich schmaler als bei der Königin und hat nur eine angedeutete Zahnung. Die langen Haare an der Außenkante des Kiefers sind gefiedert. Weitere Mundwerkzeuge sind für die Aufnahme von Nektar, Honigtau und Wasser vorgesehen. Aus verschiedenen Einzelteilen wird im Bereich der Zunge ein einheitlich wirkender Saugapperat in Form einer Röhre (Rüssel) gebildet. Die Zunge überragt im ausgestreckten Zustand die rohrbildenden Teile erheblich, kann aber vollständig in den Rüssel eingezogen werden. Die spitz zulaufende Zunge ist durch Chitinringe versteift, die ihr außer Festigkeit auch eine gute Biegsamkeit verleihen. Die Ringe sind mit vielen Haaren versehen, die bis zur Zungenspitze an Länge und Dichte zunehmen, so daß der untere Zungenteil wie ein Pinsel zu verwenden ist. Von der Zungenwurzel bis zur Spitze verläuft an der Rückseite der Zunge die Speichelrinne, deren Ränder einen Chitinstab, den Zungenstab, umschließen. Der Zungenstab funktioniert durch Umbiegen seiner Kanten wie ein Kapillarröhrchen. Den Abschluß der Zungenspitze bildet das dichtbehaarte "Löffelchen", ein rundlicher, nach vorn umgeschlagener Chitinlappen. Mit dem Rüssel saugt die Biene Nektar, Honigtau und Wasser auf, während geringe Flüssigkeitsmengen mit dem dicht behaarten Zungenende aufgepinselt werden. In der Ruhestellung ist der Rüssel nach hinten umgelegt. Der Rüssel einer Arbeitsbiene ist mit 5,9 bis 6,9mm wesentlich länger als bei der Königin und Drohn (Beide müssen ja auch keine Nährstoffe sammeln), aber auch bei den einzelnen Bienenrassen sind unterschiedliche Rüssellängen festzustellen.
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    Brust
    Die Brust (Thorax) ist mit dem Kopf durch einn dünnen, häutigen Hals verbunden. Sie ist Träger der drei Beinpaare und der beiden Flügelpaare.
    Die Beine: Die drei Beinpaare erfüllen bei der Biene mehrere Funktionen. Sie sind einmal Bewegungsorgane und Stützen des Körpers, zum anderen Hilfswerkzeuge mit speziellen Vorrichtungen für Körperreinigung und Pollentransport, sowie den Transport von Müll, toten Bienen, in den Stock eingedrungenen Schädlinge. Das Grundbauschema der Beine- Vorder-, Mittel- und Hinterbeine entspricht dem aller Insekten. Die drei Beinpaare sind mit den drei Segmenten der Brust gelenkig verbunden. Die Beine bestehen aus einzelnen Chitinröhrchen, die trichterförmig ineinandergesteckt sind und damit ihre Beweglichkeit erhalten. Jedes Bein ist mit einem kurzen kegelförmigen Hüftglied (Coxa) befestigt. Daran schließen sich Schenkelring (Trochanter) und als Hauptglied der Oberschenkel (Femur) und die Schiene (Tibia) sowie fünf Fußglieder (Tarsen) an. Das erste Fußglied ist besonders groß und wird als Ferse bezeichnet. Der Fuß endet mit dem Krallenglied, das aus zwei kräftigen, gabelförmigen Krallen besteht, womit der Biene das Laufen auf rauhen Flächen möglich ist. Mit Hilfe eines ausklappbaren, herzförmigen Hautstücks zwischen den Krallen, dem Haftläppchen, können die Bienen auch auf glatten Flächen klettern. Ein klebriges Sekret gibt dem Haftläppchen eine besondere Haftkraft. Als Putzorgan für die Säuberung der Fühler benutzt die Biene ihre Vorderbeine. Der hier vorhandene Putzapparat besteht aus der Putzscharte, einem halbkreisförmigen Ausschnitt an der Innenkante der Ferse mit einem eingesetzten Kamm aus Chitinhaaren und einem flachen Chitinanhang, dem Sporn, der von der Unterkante der Schiene herabhängt. Die Biene legt den zu reinigenden Fühler in die Putzscharte, die beim Anwinkeln von Schiene und Ferse durch den Dorn geschlossen wird. Durch mehrmaliges Hindurchziehen durch den Putzapparat werden die Fühler von anhaftenden Schmutzteilchen gesäubert. Zum Reinigen der Körpers dienen 9 bis 11 Borstenreihen an der Innenseite der Ferse aller Beinpaare. Sie werden Fersenbürste genannt. Bei den Arbeitsbienen werden sie außerdem zum Einsammeln des Pollens benutzt, der damit in das am Hinterbein befindliche Körbchen eingebracht wird. Das Körbchen ist eine muldenartige Vertiefung an der Außenseite der stark verbreiterten Schiene der Hinterbeine, die von langen, nach innen gekrümmten Borsten umgeben ist. Dadurch wird die Aufnahme von größeren Pollenmengen ermöglicht, die dann als "Pollenhöschen" in den Stock transportiert werden. Das Pollensammeln besteht aus einer Reihe von Arbeitsverrichtungen, die mit den Beinen ausgeführt werden. Der im Haarkleid haftengebliebene Pollen wird mit den Fersenbürsten der Vorderbeine herausgekämmt und dann über die Mittelbeine von den Fersenbürsten der Hinterbeine übernommen. Nun kämmt die Biene mit dem Pollenkamm, das sind kammförmig angeordnete Borsten, die in den Spalt zwischen Schiene und Ferse des Hinterbeines hineinragen, jeweils die Bürste des anderen Hinterbeines aus. Schließlich wird mit dem Pollenschieber, der verbreiterten Oberkante der Hinterbeinfersen, durch Abwinkeln des Beines der Pollen aus dem Pollenkamm in das Körbchen geschoben. Während des Auskämmens wird der Pollen wiederholt mit Speichel angefeuchtet, damit er im Körbchen gut haftet und ein festes Pollenpaket im Pollenhöschen transportiert werden kann. Mit den Hinterbeinen werden außerdem auch die von den Wachsdrüsen abgeschiedenen Wachsplättchen abgenommen, zu den Mandibeln weitergereicht und zum Wabenbau verarbeitet.
    Die Flügel: Die Biene besitzt ein Paar Vorderflügel und ein Paar kleinerer Hinterflügel. Die Flügel der drei Bienenwesen sind unterschiedlich groß. Den größten Flächeninhalt haben die Flügel der Drohnen, bei der Königin und der Arbeiterin sind sie wesentlich kleiner. Die Flügelpaare befinden sich seitlich am zweiten und dritten Brustsegment und sind mit der Brust durch ein kompliziert gebautes Gelenk verbunden, wodurch sie eine hohe Beweglichkeit erhalten. Die zarten, durchsichtigen Flügel sind von Adern durchzogen, die die Flügelflächen in verschiedengroße Zellen aufteilen. Durch das Adernetz werden die Flügel ernährt und die Flügel gefestigt. Das Flügelgeäder ist für die Biene arttypisch und erblich fixiert, vor allem das Längenverhältnis der beiden Grundadern der dritten Cubitalzelle. Dieser Quotient wird u.a. zur Bestimmung der Bienenrassen herangezogen. Während des Fluges schließen sich Vorder- und Hinterflügel zu einer einheitlichen Fläche zusammen, indem eine Reihe von Häkchen ineinander greifen. Während des Fluges schlagen die Flügel senkrecht auf und ab und vollziehen dabei eine leichte Drehbewegung, so daß die Flügelspitzen eine Acht beschreiben. Die Anzahl der Flügelschläge pro Sekunde ist unterschiedlich: Normalerweise erfolgen 200 bis 250 Flügelschläge pro Sekunde, bei Erregung steigert sich aber die Anzahl der Flügelschläge pro Zeiteinheit. Bei Windstille erreichen die Bienen eine Geschwindigkeit von ca. 20 bis 30 km/h. Landet die Biene wieder, so werden dann Vorder- und Hinterflügel auf den Hinterleib abgesetzt.
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    Hinterleib Der Hinterleib (Abdomen) der Biene ist mit der Brust durch einen stilförmigen Ansatz beweglich verbunden. Die ineinanderschiebbaren Hinterleibsringe mit ihren elastischen Hautverbindungen geben dem Hinterleib die notwendige Dehnungsfähigkeit für die inneren Organe. Der Stachelapparat ist der einzige Anhang des Hinterleibes bei der Königin und der Arbeitsbiene. Außerdem soll an dieser Stelle auch das Haarkleid der Biene erläutert werden.
    Das Haarkleid: Der Chitinpanzer der Biene weist verschiedene Farbtöne auf, die von fast schwarz bis gelb variieren können und hauptsächlich vom Haarkleid herrühren. Im Laufe des Bienenlebens nutzt sich das Haarkleid allmählich ab, daher erscheinen ältere Flugbienen deutlich dunkler als Stockbienen. Das Haarkleid der Honigbiene erfüllt mehrere Funktionen. Zum einen ist es Schmutzfänger und verhindert Ablagerungen von Schmutzteilchen unmittelbar auf dem Chitinpanzer, gleichzeitig ist es Transportmittel für Pollen, welche beim Besuch der Blüten in den Haaren hängenbleiben und somit zur Bestäubung der Pflanzen beitragen. Doch nicht nur Pollen bleiben am Haarkleid hängen, auch Blütendüfte, so daß hierüber wichtige Informationen über eine vorhandene Tracht übermittelt werden können. Außerdem wirken ein Teil der Haare als Tast- und Sinneshaare, welche verschiedenste Reize, mechanische, chemische etc. aufnehmen. Ganz spezifische Formen weist der Haarbesatz der Arbeitsbienen an den Hinterbeinen auf, die zum Sammeln und Eintragen von Pollen eingerichtet sind. Zwischen den einzelnen Arten der Honigbiene und auch zwischen den Rassen gibt es z.T. erheblich Unterschiede hinsichtlich Farbe, Dichte und Länge der Haare, weshalb diese Merkmale auch zur Beurteilung der Rassenzugehörigkeit bei der Zucht herangezogen werden.
    Der Stachelapperat Ein kompliziert gebauter Stachelapparat bildet den einzigen Anhang des Hinterleibes der Königin und der Arbeiterinn. Der Drohn besitzt keinen Stachel. Die Hauptteilde des Stachelapparates sind die beiden beweglichen Stechborsten, die in der Stachelrinne liegen und von der Stachelscheide umgeben werden. In die erweiterte Stachelrinne, dem Stachelrinnenkolben, mündet die Giftblase, der Aufbewahrungsort für das von den Giftdrüsen produzierte Gift. Die Stechborsten sind bei der Arbeiterin mit zehn kleinen Widerhaken versehen, während die Stechborsten der Königin nur drei kleine Widerhaken besitzt. Kräftige Muskeln bewirken, daß beim Stich die beiden Stechborsten abwechselnd vorgeschoben werden. Sticht die Biene in eine elastische Haut, so verhindern die Widerhaken das Herausziehen des Stachels, so daß sich die Biene beim Versuch den gesamten Stachelapparat aus dem Hinterleib herausreist und sterben muß. Der Stachel bohrt sich auch nach der Abtrennung weiter in sein Opfer hinein, da der mitausgerissene Nervenknoten weiterhin Impulse sendet. Sticht die Biene einen Artgenossen oder ein anderes Insekt, so kann sie den Stachel wieder unbeschadet herausziehen.

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    Innere Organe
    Die wichtigsten inneren Organe (welche auch hier nur behandelt werden), das Herz, der Darm, das Nervensystem, der Fettkörper, ein Geflecht unterschiedlichster Drüsen, die Geschlechtsorgane und das Artmungsorgan durchziehen meist den gesamten Bienenkörper, sind jedoch häufig, sinnvoller Weise, in bestimmten Körperabschniten konzentriert.
    Das Herz Die Biene hat ein offenens Blutgefäßesystem (keine Adern und Venen), zu dem ein langes schlauchförmiges Gefäß, das Herz, gehört. Es liegt unter der Rückendecke des Körpers und erstreckt sich vom Ende des Hinterleibes bis zum Kopf. Der Herzschlauch ist am Hinterende geschlossen und im Kopf offen. Die klare Blutflüssigkeit wird kontinuierlich von hinten nach vorne gepumpt und fließt bauchseitig, die Organe umspülend und versorgend, zurück. Fünf aneinandergereihte Herzkammern im Hinterleib bewirken diesen Fluß durch ein abwechselndes Zusammenziehen, wobei die Herzkammern das Zurückfließen verhindern. Das Blut dient als Beförderungsmittel für Nähr- bzw. Abfallstoffe. Im Gegensatz zum Menschen transportiert es keinen Sauerstoff, weshalb seine Farbe auch nicht rot, sondern farblos ist. Etwa 100 Ansätze am Abfluß des Mitteldarmes bilden die Malpigischen Gefäße, die die Aufgabe besitzen, das Blut von Exkrementen zu reinigen, ähnlich wie unsere Nieren. Die Nährstoffe werden von den Organen nicht unbedingt gleich verbraucht, sondern können auch für Notzeiten gespeichert werden, besonders für harte Wintermonate und anschließendem Frühjahr.
    Das Nervensystem Das Nervensystem besteht aus dem Nervenzentrum, dem Gehirn, im Kopf und den von ihm abgehenden Nervensträngen, dem Bauchmark, das sich auf der Bauchseite des Bienenkörpers erstreckt. In verschiedenen Körpersegmenten bildet des Bauchmark Nervenknoten (Ganglien), in denen eine große Anzahl von Nervenzellen und -fasern zusammengefaßt sind. Da diese paarig angeordnet sind, wird das Nervensystem gemäß ihres Aussehens als Strickleiternervensystem bezeichnet. Von diesen einzelnen Knoten laufen einzelne Nervenfasern an die Organe und Muskeln im gesamten Bienenkörper. Das Gehirn ist grob in Oberschlundganglion und Unterschlundganglion eingeordnet, wobei die obere Hirnregion die größere Nervenmasse besitzt. Das Oberschlundganglion ist jedoch das eigentliche Gehirn und ist bei den Arbeiterinnen hoch entwickelt, d.h. eine starke Ansammlung von Nervenzellen ist hier erkennbar, mit denen die aufgenommenen Außenreize und Verhaltensweisen verarbeitet und verknüpft werden und somit das große Reaktionsvermögen der Biene gesteuert wird. Das Unterschlundganglion steuert nur die Funktion der Mundteile.
    Der Darmkanal Der Darmkanal durchzieht den gesamten Bienenkörper und reicht von der Mundöffnung bis zum After. Er ist in drei Hauptabschnitte unterteilt, in den Vorder-, Mittel- und Enddarm. Vorder- und Enddarm sind mit einer feinen Chitinhaut ausgekleidet, der Mitteldarm ist frei von Chitin. Der Vorderdarm nimmt die Nahrung auf, im Miteldarm wird sie verdaut und der Enddarm besitzt die Aufgabe, unverdaute Stoffwechselprodukte aufzunehmen und nach außen abzuführen. Der Vorderdarm ist der längste Darmabschnitt und erstreckt sich von der Mundöffnung bis in den Hinterleib hinein. Er beginnt mit dem Schlund, an den sich die lange Speiseröhre anschließt. Diese erweitert sich im Hinterleib zur dehnbaren, zartwandigen Honigblase. In dieser Honigblase können Flüssigkeiten über einen längeren Zeitraum gespeichert werden und gegebenenfalls wieder herausgewürgt werden. Sie umfaßt ca. 50 mm3. Die Verbindung zwischen Honigblase und Mitteldarm wird durch einen kompliziert gebauten Ventiltrichter hergestellt. Damit wird die Nahrungszufuhr zum Mitteldarm reguliert bzw ein Rückfluß der halbverdauten Flüssigkeiten aus dem Mitteldarm in die Honigblase verhindert. Die Oberfläche des Mitteldarmes ist durch zahlreiche Ringfalten stark vergrößert. Der Mitteldarm hat die Funktion des Magens, hier findet die Verdauung statt. Die Zellen der inneren Schleimhaut der Darmwand erzeugen die notwendigen Enzyme für die Verdauung. Die Schleimhautzellen werden von Zeit zu Zeit aus dem Zellverband abgestoßen und in ein mehrschichtiges Häutchen, die peritrophische Membran, aufgenommen. Die Membran umhüllt die Nahrungsmassen, so daß sie nicht mit der Darmwand in Berührung geraten. Die durch die Enzyme gelößten Nahrungsstoffe durchdringen die Membran und werden von den Darmzellen aufgenommen und an die Blutflüssigkeit weitergegeben. Die unverdauten Nahrungsrückstände werden in den Enddarm gedrückt. Der Enddarm besteht aus zwei Abschnitten, dem engen Dünndarm, in dem auch die Harnkaälchen münden, und der außerordentlich dehnungsfähigen Kotblase. Die Verdauungsrückstände können in der Kotblase über längere Zeiträume gespeichert werden, was für die Biene von enormer Wichtigkeit ist, da sie meist den Kot nur im freien absetzen. In der Kotblase können außerdem über sechs Gebilde, den Rektalwülsten, das Wasser zurückgewonnen werden.
    Harnkanälchen Die Harnkanälchen sind diejenigen Organe, die bei den Wirbeltieren der Niere entspricht. Ihre Aufgabe ist es, unverwertete Stoffwechselprodukte aus dem Blut zu entfernen und an den Darm weiterzuleiten. Die Harnkanälchen sind dünnwandige, blind geschlossene Schläuche, die im Hinterleib von der Blutflüssigkeit umspült werden. Etwa 80 bis 150 Harnkanälchen münden in den Darm, mit einer Länge von jeweils 20mm.
    Der Fett-Eiweiß-Körper Alt-/Flugbienen ernähren sich fast ausschließlich von Honig, Jungbienen nehmen jedoch auch einen großen Teil an Pollen auf, verbrauchen diesen jedoch nicht sofort, sondern lagern die Nährstoffe im sogenannten Fett-Eiweiß-Körper ab, einem Speicherorgan, mit großzelligem, zarten Gewebe, zwischen den Drüsen in der Brust, vor allem aber im Hinterleib. Je nach Nahrungsangeot ist dieser Speicher mehr oder weniger stark ausgebildet. Vor allem vor der Winterruhe nehmen die Winterbienen eine große Menge an Nährstoffen auf und lagern diese im genannten Organ ab. Dies ist besonders wichtig als schnell einsetzbares Nährstoffangebot (vor allem Eiweiß) für den Aufbau des Volkes und der Entwicklung der Brut im nächsten Frühjahr.
    Atmungsorgan Das Artmungsorgan besteht bei der Biene, wie bei allen Insekten, aus einem fein verteiltem System von Röhren, Tracheen, die auf der Körperoberfläche mit bestimmten Öffnungen, den sogenannten Stigmen, beginnen. Durch dieses System wird der benötigte Sauerstoff dierekt an die Organe geliefert bzw. das Kohlendioxid abtransportiert (Beim Menschen übernehmen diese Aufgabe die roten Blutkörperchen, welche bei den Bienen jedoch fehlen). An verschiedenen Stellen im Kopf, in der Brust und vor allem im Hinterleib erweitern sich diese Äste zu sog. Luftsäcken, die vor dem Flug mit Luft vollgepumpt werden. Die Wandung der Tracheen ist mit Chitin ausgekleidet und wird durch eine spiralförmig verlaufende Chitinleiste verstärkt, wodurch ein Zusammenfall der zarten Tracheen verhindert wird. Die Atemöffnungen liegen an beiden Seiten des Bienenkörpers in den einzelnen Segmenten, insgesamt sind neun Paar funktionsfähig. Die Atemöffnungen haben verschieden gestaltete Verschlußmechanismen, mit denen die Luftzufuhr reguliert werden kann. Reusenartige Haarkränze verhindern das Eindringen von Fremdkörpern. Die Atmung der Biene erfolgt durch passive Einatmung und aktive Ausatmung (beim Menschen genau umgekehrt). Bei entspanntem Hinterleib dringt durch die Stigmen die frische Luft ein, die Ausatmung wird durch Zusammenpressen des Hinterleibes erreicht. Das Netzt der Tracheen hat außerdem die Aufgabe, den inneren Organen einen stärkeren Halt zu geben.
    Drüsen Eine Zentrale Rolle im Bienenleben spielen die unterschiedlichsten Drüsen. Einige dienen den Lebensfunktionen der Einzelbiene, andere gewährleisten den Zusammenhalt des Volkes als soziale Einheit und das Funktionieren seiner Organisation. Die volle Entwicklung der Drüsen ist oft an das jeweilige Lebensalter der Biene gebunden, sie können aber teilweise in Notsituationen wieder reaktiviert werden. So liefern sie z.B. Futtersekrete für die junge Brut, das Wachs für den Wabenbau und die dazu erforderlichen Trennmittel zur besseren Verarbeitung. Pheromone der Königin verhindern das Wachstum der Eierstöcke bei den Arbeiterinnen, locken die Flugbienen zum Stock und die Drohnen zum Begattungsplatz an. Drüsen liefern wichtige Sekrete zur Bearbeitung und Haltbarkeitmachung von Nahrung, Giftstoffe zu Abwehr und Alarmstoffe zur Signalisierung von Gefahr.
    Die wichtigsten Drüsen der Honigbiene
    Drüse
    Lage
    Funktion
    Bei allen Bienenwesen vorhanden:
    Kopf- und Brustspeicheldrüsen Kopf und Brust Auflösung von Zucker, Wachsverarbeitung, Ausspeichelung von Brutzellen
    Anhartsche Fußdrüse jeweils letztes Fußglied Verbesserung der Bodenhaftung auf glatten Oberflächen, Markierung von Stockeingang und Futterplätzen, Anlockung von Arbeiterinnen und Königin
    Rektaldrüse Kotblase Regulierung des Wasser- und Mineralstoffhaushaltes, Absonderung von Katalase (Fäulnishemmstoff)
    Nur bei Königin und Arbeiterin ausgebildet bzw. vorhanden
    Oberkieferdrüsen
    Mandibeldrüsen
    Basis der Mundwerkzeuge Königin:Königinnensubstanz(Pheromone), Sexuallockstoff, Hemmstoff für die Eierstockentwicklung bei Arbeiterinnen
    Arbeiterinnen:Futtersaft, Fermente, Trennmittel zur Wachs- und Propolisverarbeitung, Alarmpheromon I
    Stachelkammerdrüse zwischen Gift- und Kotblase Anlocken von Arbeiterinnen und Drohnen
    Giftdrüsen am Stachelapperat Stachelgift, Alarmpheromon II
    Nur bei Arbeiterinen ausgebildet bzw. vorhanden
    Futtersaftdrüsen im Kopf zwischen Stirn und Gehirn Futtersaft für Brut, Königin und Drohnen, bei Winterbienen auch Reservespeicher
    Wangendrüsen Kopf zur Zeit unbekannt
    Duftdrüse
    (Nassanoffsche Drüse)
    zwischen vorletzter und letzter Rückenschuppe Markierungsduft
    Nur bei Königinnen ausgebildet bzw. vorhanden
    Rückenschuppendrüse Rückenschuppen Duftstoffe zur Brunstzeit, regen Geschlechtstrieb der Drohnen an
    Samenblasendrüse
    (auch Y-Drüse)
    an der Samenblase Ernährung und Reaktivierung der Spermien
    Nur bei Drohnen vorhanden
    Duftdrüse am Hinterleibsende zur Zeit unbekannt
    Schleimdrüse Teil der Geschlechtsorgane Unterstützung des Begattungsvorganges

    Geschlechtsorgane Die Erhaltung der Art erfolgt durch die Fortpflanzung der Geschlechtstiere, im Bienenvolk durch Königin und Drohnen. Die für die Fortpflanzung notwendigen Geschlechtszellen, die Eier und Samenfäden, werden in den Keimdrüsen der Geschlechtsorgane gebildet.
    Geschlechtsorgane der Königin Der Geschlechtsapparat der Königin entspricht in seinem Grundaufbau dem üblichen Typ der Insekten. Er besteht aus dem Eiapparat, zu dem die paarigen Eierstöcke, die Eileiter und die Scheide gehören, und aus dem Besamungsapparat, der die Samenblase, den Samenblasengang und die Samenpumpe umfaßt. Die birnenförmige Eierstöcke bestehen aus 160 bis 180 nebeneinander angeordneten Eischläuchen, worin die Eier liegen. Von der Eibildungszone, an der Spitze der Eierstöcke, gelangen die reifen Eier in die am Grunde der Eierstöcke beginnenden Eileiter. Die beiden zuerst engen Eileiter vereinigen sich zu einem gemeinsamen Ausgang, dem mittleren Eileiter und der Scheide. Die Scheidenöffnung liegt in der Stachelkammer in der Nähe der Wurzel des Stachelapparates. Die Scheide gliedert sich in zwei Abschnitte, in die enge Scheidenkammer und den erweiterungsfähigen Scheidenvorhof mit seinem faltigen Aussackungen, den Begattungstaschen. Vom Boden der vorderen Scheidenkammer, der eigentlichen Scheide, ragt ein zapfenartiger Wulst, die Scheidenklappe, in den Scheidenhohlraum hinein. Der Scheidenraum kann durch die vorhandene Muskulatur so verengt werden, daß die Scheidenkammer durch die Scheidenklappe weitgehend verschlossen wird. Dadurch ist es möglich, nach der Begattung den Samen aus der Scheidenkammer über den Samenblasengang in die Samenblase zu pressen. Ein Teil der Samenfäden werden jedoch hierbei wieder aus der Scheide herausgepresst und in Form kleiner Stiftchen abgesetzt. Die Samenblase ist ein kugelförmiges Gebilde, das oberhalb der Scheidenkammer liegt und mit dem Samenblasengang in die obere Wand der Scheidenkammer mündet. In der Samenblase werden die durch die Paarung erhaltenen Samenfäden gespeichert. Bei einem Durchmesser von 1,5mm kann die Samenblase 6 bis 7 Mio. Samenfäden aufnehmen. Ein Netzt von feinen Tracheen umspinnt die Samenblase so dicht, daß sie ein weißliches Aussehen erhält. Zwei Drüsen, die in den Samenblasengang einmünden, sorgen für die Ernährung, Lebensfähigkeit und Beweglichkeit der Samenvorräte. Wird ein reifes Ei aus dem Eierstock entlassen, dann gleitet es am Samenblasengang vorbei und erhält aus der Samenblase einige Samenfäden (oder auch nicht, sofern Drohneneier gelegt werden). Durch ein Muskelmechanismus im Samenblasengang, der Samenpumpe, können die Spermien zurückgehalten bzw. freigegeben werden . Auf diese Weise ist es der Königin möglich, wahlweise besamte oder unbesamte Eier abzulegen. Der Eiapperat der Arbeitsbienen zeigt den selben Aufbau, wie der der Königin, allerdings ist er wesentlich unterentwickelter. Er besteht aus vier bis sechs Eischläuchen. Bei einer eierlegende Arbeiterin (Ausnahme) werden die Eierstöcke aktiviert, da sie jedoch niemals begattet worden ist, können aus den Eiern nur Drohnen schlüpfen
    Geschlechtsorgane des Drohn Die Samenfäden werden beim Drohn in den paarigen Hoden gebildet, die zu beiden Seiten des Darmes im Hinterleib liegen. Bei einem frisch geschlüpften Drohn sind die Samenfäden bereits entwickelt. Sie wandern mit zunehmendem Alter der Tiere über die beiden Samenleiter in die sackförmigen mittleren Samenleiter ein, während die Hoden zusammenschrumpfen. In den mittleren Samenleitern (Samenblase) bleiben die Spermien bis zur vollständigen Reife liegen, also bis der Drohn ab dem 12. Lebenstag begattungsfähig ist. Die Samenleiter münden in die großen Schleimdrüsen, deren gemeinsamer Ausfuhrgang der Spritzkanal ist, der in den Begattungsschlauch führt. Die Übertragung der Samenfäden in die Scheide der Königin erfolgt durch den Begattungsschlauch, einem Begattungsorgan, welches in seinem Aufbau mit dem anderer Insektenmännchen nicht zu vergleichen ist. Der Begattungsschlauch ist ein weicher, häutiger Sack mit vielgestaltigen Anhängen, besonders auffällig sind die Hörnchen und der Federanhang. Die an seiner Unterseite gelegenen Haarfelder spielen als Haltevorrichtung während des Begattungsaktes eine Rolle. Der erweiterte Anfangsteil des Begattungsschlauches wird als Zwiebelstück bezeichnet. Er ist durch zwei dreieckige, langgestreckte Chitinplatten versteift. Der Begattungsschlauch ist nach Art eines Handschuhfingers in das Innere des Hinterleibes eingezogen. Er wird bei der Begattung umgestülpt und aus dem Hinterleib herausgeschleudert, dabei wird auch der Spritzkanal in den Begattungsschlauch hineingezogen. Aus der Öffnung fließen Spermien und Schleim in die Scheide der Königin. Bei der Begattung reißt ein Teil des Begattungsschlauches ab und bleibt in der Stachelkammer der Königin als Begattungszeichen hängen. Das Begattungszeichen besteht aus dem Zwiebelstück mit den dunklen Chitinplatten und erstarrten Schleimmassen. Das Begattungszeichen wird von der Königin selbst, meist aber von den Arbeitsbienen im Stock entfernt, damit eine weitere Paarung erfolgen kann.
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    Bienenprodukte

    Der Honig: "Honig ist der süße Stoff, den die Bienen erzeugen, indem sie Nektariensäfte oder auch andere, an lebenden Pflanzenteilen sich vorfindenden süße Säfte aufnehmen, durch körpereigene Stoffe bereichern, in ihrem Körper verändern, in Waben aufspeichern und dort reifen lassen" So beschreibt jedenfalls das Gesetz laut einer deutschen Verordnung vom 21.3.1930 den Honig. Die Biene wird oft als Honigsammlerin bezeichnet. Dies ist jedoch falsch, denn sie ist vielmehr eine Honigmacherin. Der Honig entsteht erst durch einen Umwandlungsprozeß im Bienenstock durch die Bienen. Die Biene sammelt die Rohstoffe für den Honig und veredelt diese. Grundlage des Honigs sind süße Säfte, die auf den Siebröhrensaft höherer Pflanzen zurückzuführen sind. Dies ist zum einem Nektar, eine zuckerhaltige Ausscheidung der Pflanzen über die Nektardrüsen (zum Anlocken von Insekten zwecks Bestäubung) und zum anderen ist das Honigtau, eine zuckerhaltige Absonderung pflanzensaugender Insekten (meist Blattläuse, Rindenläuse, Schildläuse). Diese stechen mit ihrem Saugrüssel den Saftfluß der Bäume und Sträucher an, zur ausreichenden Eiweiß- und Fettversorgung müssen sie jedoch große Mengen an Baumsaft aufnehmen und scheiden deshalb den restliche unverdauten Zucker wieder aus. Die Hauptbestandteile dieser Rohstoffe sind Wasser, Saccharose, Fructose und Glucose. Honigtau ist zusätzlich reich an Kalium und Magnesium. Der Zuckergehalt des Nektars kann stark schwanken; so sind Konzentrationen von 5% bis 60% möglich. Die Nektarmenge und die Zuckerkonzentration sind von der Pflanzenart, der Bodenart des Standortes und den Witterungsbedingungen abhängig. Der Zuckergehalt des Honigtaus liegt dagegen meist über 30%. Vor dem Aufsaugen des süßen Saftes gibt die Biene aus einer Kopfdrüse durch den Rüssel eine winzige Menge Sekret in den Nektar oder Honigtau ab, um ihn zu verdünnen. Die Biene saugt dieses Gemisch mit ihrem Rüssel auf und durch die Speiseröhre gelangt der Nektar bzw. der Honigtau in die Honigblase, eine Art Lagerraum im Bienenkörper, und wird dort gesammelt. Hier beginnt dann auch schon mit Hilfe der Fermente aus dem Kopfdrüsensekret eine Umwandlung, die den Reifeprozeß einleitet. Die Nektar- bzw. Honigtaumenge, die eine Biene bei einem Blütenbesuch aufnehmen kann, ist sehr gering. Für das Sammeln von 3 Gramm Nektar, welcher letztendlich ca. 1 Gramm Honig ergibt, müssen die Bienen durchschnittlich 100 mal Ausfliegen und dabei ca. 150.000 Blüten besuchen. Nach der Rückkehr in den Stock "erbricht" die Biene den Inhalt ihrer Honigblase am Stockeingang. Dort wird dieser Nektar von den Stockbienen übernommen, zu einer Wabe getragen und dort wieder erbrochen. Dieser Vorgang wiederholt sich mehrere Male. Die Stockbienen machen sich nicht aus Hunger über den Nektar her. Das mehrfache Herauswürgen dient vielmehr dazu, den hohen Wassergehalt des Nektars zu verringern. Zudem wird durch Beimischung des Speichelenzyms Invertase, der im Nektar enthaltene Rohrzucker in seine chemischen Bausteine, Traubenzucker und Fruchtzucker, aufgespalten. Schließlich wird der Nektar von den Stockbienen in einer offenen Wabe abgelagert und kann dort zum Honig reifen. Wie lange dieser Reifeprozeß dauert, hängt von äußeren Faktoren, wie dem Luftdurchzug und der Temperatur im Stock ab. Für die Reifung ist vor allem entscheidend, daß dem Honig das Wasser entzogen wird. Dies erreichen die Bienen dadurch, daß sie den Honig an freien Stellen im Bienenstock zum "Trocknen" aufhängen und mittels Flügelfächeln durch einen stetigen Luftzug dem Honig das Wasser entziehen. Eine andere Methode ist das sog. Rüsselschlagen. Hierbei würgen die Bienen den Inhalt ihrer Honigblase hervor und drücken diesen Tropfen an den teilweise ausgeklappten Rüssel, schlagen den Rüssel viele Male auf und ab, und saugen letztendlich den Tropfen wieder auf. Ebenfalls von entscheidener Bedeutung beim Reifungsprozeß des Honigs ist die Spaltung der im Zucker vorhandenen Saccharose in gleiche Teile Glucose und Fructose, Invertzucker genannt. Dies erreichen die Bienen durch das mehrmalige Umtragen des Honigs. Jedesmal wenn die Bienen einen Honigtropfen aufnimmt, mischt sie eine kleine Menge eines Drüsensekretes aus dem Kopfbereich bei. Die in diesem Sekret vorhandene Fermente spalten katalytisch die Saccharose in ihre Bestandteile. Hat der Honig dann seine volle Reife erlangt, d.h. wenn der Wassergehalt unter 20% liegt (der Honig ist meistens nach spätestens 4 Tagen gereift), wird er in einer Zelle schließlich mit einem luftdichtem Wachsdeckel versehen. Dieser Deckel verhindert vor allem, daß der Honig aufgrund seiner hydroskopischen Wirkung Wasser aus der Umgebung aufnimmt und zu gären anfängt. Der Honig dient dann, sofern er nicht vom Imker entfernt wird, als Wintervorrat für das Bienenvolk. Die Farbe des Honigs kann stark variieren. So reicht diese von fast weiß bis zu einem dunklen, fast schwärzlichen Braun und auch der Geruch bzw. der Geschmack des Honigs ist stark von der botanischen Herkunft des Nektars abhängig.
    Inhaltsstoffe des Honigs
    Zuckerverbindungen
    Der durchnittliche Anteil an Fruchtzucker beträgt 38% und an Traubenzucker 31%. Der Anteil an Maltose und anderem Doppelzucker, sowie Mehrfachzucker beträgt ca. 9%. 
    Der Fruchtzucker wird vorrangig nach der Umwandlung in Glykogen als Energiereserve in der Leber gespeichert. Die Leber wird dadurch widerstandsfähiger. Traubenzucker dient im menschlichen Körper in erster Linie der Energiegewinnung und Aufrechterhaltung der Körperfunktionen. Honig ist ein sehr stoffwechselfreundliches Nahrungsmittel.
    Vitamine
    Honig enthält Spuren von den Vitaminen B1, B2, B6, C, Biotin H, Pantothensäure, Nikotinsäure und Folsäure. Es fehlen jedoch alle fettlöslichen Vitamine.
    An einer besseren Zuckerverwertung im Organismus wirkt das im Honig enthaltene Vitamin B1 (Nervenvitamin) enscheidend mit, während das Vitamin C einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung der Eisenausnutzung leistet.
    Mineralstoffe
    Kalium, Magnesium, Calcium, Kieselsäure, Phosphor, Schwefel, Mangan, Silicium, Natrium, Kupfer, Chlor.
    Die Mineralstoffe Kalium und Magnesium sind sowohl für die Blutdruckregulation als auch für die Steuerung der Muskel- und Nervenfunktionen zuständig. Magnesium kann gemeinsam mit Vitamin B6 Spannungen der Gefäßmuskulatur senken. Im Honig kann Magnesium seine volle Wirkung entfalten, weil gleichzeitig Vitamin B6 vorliegt.
    Spurenelemente
    Eisen, Kupfer, Mangan, Chrom u.a.
    Eisen wird für die Bildung des roten Blutfarbstoffes benötigt. Kupfer ist vor allem wichtig im Abwehrkampf der Zellen gegen Infektionen.
    Aminosäuren
    Glutaminsäure, Leucin /Isoleucin, Asparaginsäure, Phenylalanin, Threonin, Alanin, Histidin, Glycin, Lysin, Serin, Valin, Prolin, Cystin
    In 100g Honig sind durchschnittlich 100mg freie Aminosäuren enthalten. Diese werden im menschlichen Körper für die Bildung wichtiger Stoffwechselgeschehen benötigt. Mit einem Anteil von 50-85% ist Prolin die am stärksten vertretene Aminosäure. Sie unterstützt die Bildung des roten Blutfarbstoffes.
    Enzyme
    (Fermente), Invertase, Diastase, Katalase, Phosphatase, Glucose-oxidase
    Bei der fermentativen Zuckerumwandlung entstehen u.a. Stoffe mit antibakterieller Wirkung. Honig ist daher lange haltbar und hat lindernde Wirkung bei Infektionen der oberen Luftwege.
    Hormone
    Acetylcholin, Wuchsstoffe
    Acetylcholin ist eine Stickstoffverbindung, die sich günstig auf die Herztätigkeit auswirkt.
    Säuren
    Apfelsäure, Essigsäure, Zitronensäure, Milchsäure, Buttersäure, Succinsäure, Pyroglutaminsäure, Gluconsäure, Salzsäure, Phosphorsäure, Ameisensäure.
    Honig enthält zahlreiche organische Säuren, die anregend auf den Appetit und die Verdauung wirken. Die verdauungsfördernde Wirkung des Honigs ist jedoch nicht nur auf die Säuren, sondern auch auf den Gehalt an Pollen sowie an Kalium und Acetylcholin zurückzuführen.
    Pollen
    Blütenhonige enthalten kleine Mengen an Pollen. Blütenpollen regen die Verdauung an und aktivieren das Immunsystem des Darmes.
    Aromastoffe
    Carbonsäuren, Phenylessigsäureester, Acetaldehyd, Isobutyraldehyd, Formaldehyd, Aceton, Diacetyl und weiter ca. 120 Duft- und Aromastoffe.
    Sie sind für den unterschiedlichen Geschmack und Geruch der verschiedenen Honigsorten verantwortlich. Sie regen Appetit und Verdauung an und stimulieren das Immunsystem.

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    Propolis Bienen leben sehr dicht aufeinander- ein Volk kann aus 40 000 bis 50 000 Tieren bestehen- , so daß sich eine Infektion ungehindert rasch ausbreiten und eine große Katastrophe verursachen könnte. Die Bienen erzeugen jedoch mehrere Stoffe mit antibakteriellen Eigenschaften, wobei Propolis wohl einer der wichtigsten gegen Infektionen im Stock ist. Mit diesem besonderen Stoff überziehen die Bienen das gesamte Stockinnere und dichten jede Ritze ab. Bei Propolis, das Wort stammt von zwei griechischen Wörtern ab und bedeutet soviel wie „Verteidigungsanlage vor einer Stadt“, handelt es sich um eine harzige Masse, die von den Blattknospen verschiedener Bäume oder aus Spalten in der Rinde einiger Nadelbäume gesammelt wird. Die Bienen verändern die Propolis mit ihrem Speichel und mischen teilweise Wachs darunter. Propolis ist temperaturabhängig von unterschiedlicher Konsistenz. Sie ist bei 15 °C hart und brüchig, bei 30 °C weich und geschmeidig und klebrig-schleimig bei höheren Temperaturen. Bei ca. 60-70 °C wird Propolis flüssig, schmilzt bei 100 °C und mehr. Das Farbspektrum reicht von hellgelb über die verschiedenenen Brauntöne bis zu dunkelbraun oder fast schwarz. Propolis schmeckt oft scharf, manchmal bitter und riecht meist angenehm und süßlich.
    Die Zusammensetzung von Propolis ist abhängig von der Pflanzenquelle. Im Allgemeinen besteht Propolis aus:
  • 50 - 55 % Harzen und Balsame
  • 30 - 40 % Wachs
  • 5 - 10 % ätherische Öle
  • 5 % Pollen
  • 5 % organische Stoffe und Mineralstoffe verschiedener Art

  • Zu den wichtigsten Bestandteilen von Propolis gehören:
  • organische Säuren
  • Phenolsäuren
  • aromatische Aldehyde
  • pflanzliche Duftstoffe (Kumarine)
  • Flavonoide
  • Provitamin A, Vitamin B3
  • Mineralstoffe und Spurenelemente: Magnesium, Eisen , Silizium und viele andere


  • Bereits früher, im ersten Jahrhundert nach Christus, war Propolis als Heilmittel bekannt, und es ist unverständlich, warum Propolis in Vergessenheit geraten ist. Propolis ist eines der wirksamsten natürlichen Antibiotika, auf das der Mensch je gestoßen ist, und bietet insofern eine Alternative zu den herkömmlichen Antibiotika an, als es umgehend wirkt und keine Nebenwirkungen aufweist, die chemische Arzneimittel häufig hervorrufen können (abgesehen von einer Propolisallergie, die sich bei einem Bruchteil der Bevölkerung ausbilden kann). Außerdem bilden sich keine resistenten Stämme im Körper.
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    Das Bienenwachs: Bienenwachs ist ein Stoff, den die Bienen in keiner Weise sammeln. Sie produzieren ihn selber. Die Stockbienen ab dem 10.Lebenstag schwitzen es in Trauben aus ihren Wachsdrüsen unterhalb ihrer Bauchschuppen aus. Zu ihrer Aktivierung müssen die Bienen sehr viel Honig verzehren (vier Kilogramm Honig für ein Kilogramm Bienenwachs). Hierdurch kann man erkennen, wie kostbar Bienenwachs ist. Das Wachs wird von den Baubienen, die sich zu einer sogenannten Bautraube aufreihen, ausgeschwitzt. Mit diesem ausgeschwitzten Wachs bauen die Bienen ihre Waben mit der typischen regelmäßig sechseckigen Zellenform. Die Hauptzeit der Wachserzeugung ist das Frühjahr, die Zeit der reichen Nektartrachten. Ganz frisches Bienenwachs ist fast weiß und erst durch weitere Bearbeitung wird es schließlich goldgelb. Die selbstgebauten Waben sind für die Bienen Kinderstube, Schlaf- und Vorratskammer. Hier spielt sich das gesamte Stockinnenleben ab. In Tausenden von Zellen werden von der Königin stiftförmige Bieneneier abgelegt. Aus den Eiern schlüpfen Larven, die in drei Wochen zu erwachsenen Bienen heranwachsen. Ihre erste Tätigkeit nach dem Schlüpfen ist das Präparieren der Zellen für die erneute Eiablage. Dies geschieht mit Hilfe des sogenannten Pollenöls. Pollenöl ist der lipophile Auszug der Pollenexine, das die Farbe des Blütenpollens bestimmt. Dieses Pollenöl bewirkt, daß die zunächst hellgelben Bienenwaben eine immer dunklere Farbe annehmen. Je nach der pflanzlichen Herkunft des Blütenpollens kann der Farbton mehr oder weniger bräunlich sein. Das Pollenöl hat antimikrobielle Eigenschaften, die auch im Propolis enthalten sind. Da die schlüpfenden Bienen immer auch einen Puppenkokon in den Zellen zurücklassen, werden diese mit jedem Brutdurchgang immer enger. Nach einigen Jahren intensiver Nutzung sind diese engen Zellen vom Bienenvolk nicht mehr zu gebrauchen und werden deshalb von den Bienen abgenagt und durch neue ersetzt. Dieses verhindern die Imker durch vorzeitige Entnahme der Waben, um so auch Bienenwachs gewinnen zu können.
    Bienenwachs wird heute verwendet
  • als physiologisch unbedenkliches Trennmittel in der Süßwarenindustrie (Hauptverwendung in der heutigen Zeit)
  • zur Herstellung von Bienenwachskerzen (Hauptverwendung in früheren Jahrhunderten) mit der typisch aromatischen Duftnote und (bei richtiger Behandlung) mit einer langen Brenndauer
  • zur natürlichen Behandlung von Hölzern (Vorzüglich ist Bienenwachs für die Oberflächenbehandlung von zuvor restaurierten und unbehandelten Eichen- und Weichholzmöbeln geeignet. Es zieht in das Holz ein und verleiht ihm eine leicht glänzende Patina. Es schützt das Holz vor dem Austrocknen und frischt es auf. Kann auch zum Polieren verwendet werden.)
  • als natürlicher kosmetischer Grundstoff zur Herstellung von verschiedenen Cremes, sowohl für Haut als auch für Lederwaren.

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    Pollen Aus den Pollen decken die Bienen den Bedarf an Eiweiß und Fett während der Larvenzeit. Pollen dient deshalb hauptsächlich als Brutnahrung. Aber auch junge Ammenbienen nehmen Pollen auf und können so den für die Brut so wichtigen Futtersaft erzeugen. Die Bienen sammeln den Pollen in den Blüten, indem sie ihren Körper mit diesem einpudern. Danach beginnen die Bienen sich zu putzen und speichern den Pollen in ihren Pollenkörbchen an den Hinterbeinen, indem sie diesem ein wenig Honig beimischen. Die heimkehrenden Bienen sehen aus als ob sie Höschen anhätten, und deshalb werden diese auch so benannt. Die Bienen lagern den Pollen in den Zellen ein, stampfen ihn mit dem Kopf fest und überschichten ihn mit einer dünnen Schicht Honig, welcher als Konservierungsmittel dient. Im Pollen beginnt so ein Gärungsprozeß welcher u.a. zu Veränderungen in der Eiweißstruktur führt oder auch zur weiteren Konservierung Milchsäure entstehen läßt. Der Imker kann entweder den Pollen vor der Einlagerung in die Zellen den Bienen abnehmen, dafür hängt er vor das Flugloch sog. Pollenfallen, bei deren Durchquerung die Höschen in einen Behälter abfallen, oder aber er kann in müheseliger Kleinarbeit die einzelnen Pollenpakete aus den Waben heben.
    Je nach botanischer Herkunft ist die Zusammensetzung sehr unterschiedlich.
    Der Pollen enthält durchschnittlich:
    Der Pollen ist eines der Naturprodukte mit dem höchsten Anteil an lebensnotwendigen Aminosäuren. Diese Aminosäuren sind : Aspartansäure, Glutaminsäure; Alanin, Arginin, Cystin, Glycin oder Glykokoll, Histidin, Isoleucin(*), Leucin (*), Lysin (*), Methionin (*), Phenylalanin (*), Prolin, Serin, Threonin (*), Tryptophan (*), Tyrosin, Valin (*).

    Wie man sieht, enthält diese Liste alle lebensnotwendigen Aminosäuren, d.h. alle Bausteine die der Organismus nicht selbst synthetisieren kann (mit (*) gekennzeichnet), und die ihm mit der täglichen Nahrung zugeführt werden müssen.

    Mineralstoffe im Pollen: Calcium, Chlor, Kupfer, Eisen, Magnesium, Mangan, Phospor, Kalium, Silizium, Schwefel.
    Enzyme und Fermente:
    andere Bestandteile
    Zusammenfassend enthält der Pollen in vollständiger Form alle Elemente die für das Leben der Organismen unentbehrlich sind. Diese Elemente wirken in einer natürlichen Harmonie und Synergie zusammen, was auch bei der sorgfältigsten künstlichen Herstellung im Labor nicht nachgeahmt werden kann. Dieser Reichtum macht dieses natürliche und vollständige Nahrungsmittel zur Zeit zur besten Nahrungsergänzung, die man finden kann.
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    Das Bienengift Da Bienen Vorräte anlegen, um die Zeiten der Nahrungsknappheit zu überbrücken und um den Winter als eine gesamte Volkseinheit zu überdauern, müssen sie in der Lage sein, diesen Schatz (nicht den Honig, sondern auch die nahrhafte Bienenbrut), gegen Räuber verteidigen zu können. So entwickelten die Vorfahren der Bienen schon vor Jahrtausenden ein effektives Abwehrmittel und nicht zuletzt haben es die Bienen ihrem Stachel zu verdanken, daß sie sich im Laufe der Geschichte behaupten konnten (Es sollen schon seit über 90 Millionen Jahren Bienen existieren). Das Bienengift wird in zwei schlauchförmigen Giftdrüsen im Hinterleib produziert. Es ist in seiner flüssigen Form klar, hat einen aromatischen Geruch und schmeckt bitter. Die Giftblase ist bei Jungbienen zunächst leer und wird bei Bienen im Laufe ihrer Entwicklung im Innendienst gefüllt. Am meisten Gift besitzen deshalb die Bienen während ihres Wächterdienstes am Ende ihrer "Innendienstlaufbahn" und kurz vor oder während der Aufnahme ihres Sammeldienstes. Der pH-Wert des Bienengiftes liegt bei ca. 5,2. Rund 57% der Trockenmasse bestehen aus Proteinsubstanzen, die fünf wichtigsten sind Melittin (mit einem Anteil von 50 bis 70 Prozent) Phospholidase, Hyaluronidase, Apamin und MCD (Mast Cell Degranulating Peptid). Bienengift ist ein tödliches Eiweißgift und dient der natürlichen Feindabwehr. Es wird von den Bienen beim Stechen mit dem am Hinterleibsende in einer Körperfalte liegenden Stachel in das Opfer injiziert. Die 2 Stechborsten (Stachel) sind bei der Arbeitsbiene mit je zehn kleinen Widerhaken versehen, der Stachel der Königin hat nur drei Widerhaken. Bei Insekten, also Tieren mit einem festen Chitin-Außenskelett gelingt es den Bienen ihren Stachel nur zwischen den einzelnen festen Segmenten anzusetzen, an den flexiblen, empfindlichen Häuten. Sticht eine Biene dagegen ein weichhäutiges Tier mit Innenskelett, wie den Menschen, so kann sie ihren Stich theoretisch überall am Körper des Tieres anbringen. Praktisch wird sie jedoch durch Fell und Federn an vielen Stellen daran gehindert, oder sie muß sich erst mühsam einen Weg bahnen. Hier jedoch dringt sie nur wenig unter die Oberfläche. Da sie damit die dicke Haut nur wenig durchdringen kann, hat die Natur ihr einen Kamikaze-Trieb zum Schutz des gesamten Volkes angezüchtet. Sticht die Biene in eine elastische Haut, so kann sie ihren Stachel aufgrund der Wiederhaken und der Elastizität der Haut nicht unbeschadet wieder herausziehen. Beim Versuch reißt sie sich so den gesamten Stachelapperat aus dem Hinterleib heraus. Dies hat u.a. auch den Vorteil, daß der "Honigräuber" die kleinen Stachel schwer entfernen kann, wo hingegen ganze Bienen sich leicht fortwischen lassen. Nachdem Ausreißen aus dem Hinterleib treibt der Stachel zudem durch fortwährendes Voranschieben der Stechborsten, angetrieben durch die Stechmuskulatur (der ausgerissene Stachel trägt einen eigenen Nervenknoten), immer tiefer in die Haut hinein und pumpt gleichzeitig das Gift aus der Giftblase in sein Opfer. Am Ende des Stachels sitzt noch ein Organ, das eine (bananenähnlich) duftende Substanz abgibt, die rasch weitere Bienen zum Stechen anlockt. Selbst wenn der Honigdieb fliehen will, wird er auf diese Weise chemisch markiert und über weite Strecken verfolgt. Kein anderes Insekt schlägt seine Feinde so zielsicher und nachhaltig in die Flucht. Die Wirkstoffmenge eines Stiches reicht bei größeren Tieren jedoch nicht zur Lähmung wie bei kleineren Kerbtieren sondern nur zur lokalen Schmerzauslösung und zum Anschwellen des Stichgebietes. Heute wird das Bienengift meist mit Hilfe von Stromstößen gewonnen. Vor das Flugloch wird ein mit Metalldrähten bespannter Rahmen gesetzt, zwischen denen ständig eine Potentialdifferenz von ca. 12 Volt besteht oder in bestimmten Intervallen ausgesendet wird. Unter dem Netz spannungsgeladener Drähte liegt eine Glasplatte, welche das Gift der erregten Bienen auffängt. Es trocknet schnell zu einem weiß-grauen Belag und kann abgekratzt werden. Die so traktierten Bienen sind jedoch besonders abwehrbereit, weshalb man sich Stöcken, die der Gewinnung von Bienengift dienen nur mit äußerster Vorsicht nähern sollte. Die Tiere lauern nur darauf den bösen Feind, den sie nicht ausmachen können, endlich zu erwischen. Deshalb sollte Bienengift nicht in der Nähe von Wohngebieten gewonnen werden.
    Medizinische Anwendungen:
    Bienengift hat vielfältige pharmakologische Wirkungen:
  • lokal gewebeschädigend,
  • entzündungserregend,
  • Wirkung auf Nerven und Nervenzentren,
  • bakterizid,
  • zellösend,
  • blutdrucksenkend,
  • Cortisonbildung auslösend.

  • Bienengift wird in der Medizin bei rheumatischen Erkrankungen und Gelenkveränderungen (Arthrose) in Form von Bienengiftsalben verwendet. In jüngster Zeit werden in den USA Tests mit Bienengift (meist Injektion) bei Multipler Sklerose durchgeführt.
    Normale Wirkung - Allergie
    Die oft geäußerte Ansicht, jemand sei allergisch auf Bienenstiche, nur weil der Stich in der Folge schwillt und schmerzt ist geradezu falsch. Lokale Reaktionen, Schmerz, Rötung, Schwellung, sind ein entzündliches Geschehen, die jeder gesunde Körper zeigt. Die Länge der Reaktion, Stunden oder auch Tage, ist individuell verschieden und läßt sich durch Gewöhnung an das Gift, wie zum Beispiel bei vielen Imkern heruntersetzen.
    Allergisch ist, wer keine Schwellung mehr bekommt, sondern die folgenden Allgemeinsymptome zeigt:
  • Schwindel
  • Schluck- und Sprachbeschwerden
  • Schwellungen, Schnupfen, tränende Augen
  • Atemnot
  • Herzrasen
  • Übelkeit
  • Darmbeschwerden
  • Juckreiz, Rötungen am ganzen Körper.

  • Aber auch Allergien lassen sich durch eine Spritzenkur, bei der echten Allergikern steigende Dosen Bienengift verabreicht werden, therapieren.
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    Gelee Royale Die Arbeiterinnen produzieren während ihrer Tätigkeit als Ammenbiene in ihren Kopfdrüsen, vor allem in den Schlunddrüsen und den Oberkieferdrüsen, ein Sekret, das u.a. zur Ernährung der Königin während ihres gesamten Lebens dient. In den ersten drei Tagen nach dem Schlupf aus dem Ei erhalten alle drei Bienenwesen nahezu das gleiche Futter, nämlich reinen Futtersaft, Königinnenmaden jedoch wesentlich mehr als Arbeiterinnenmaden. Danach erhalten die Arbeitrinnenmaden mehr und mehr einen Gemisch aus Honig und Pollen, die Königinn hingegen erhalten über die gesamte Freßzeit vornehmlich diesen Futtersaft, das Gelée royale. Die bestimmte Ernährung ist auch das Geheimnis, warum aus den selben befruchteten Eiern zum einen Arbeitbienen entstehen und zum anderen Königinnen. Da die Königin ihr gesamtes Leben mit diesem Stoff gefüttert wird, befähigen die wertvollen Inhaltsstoffe sie zu außerordentlichen Legeleitungen. So vermag sie in der Hochsaison täglich das Doppelte ihrer Eigenmasse an Eiern zu produzieren. Gelée Royale ist ein weißlich oder leicht gelblich schimmerndes Produkt. Beim Kontakt mit Luft kann sich die Farbe leicht verändern. Gelée Royale ist von gallertartiger Beschaffenheit, neigt beim Altern zur Verdickung, besitzt einen säuerlichen, leicht süßen, Geschmack sowie einen charakteristischen phenolähnlichen Geruch.
    Zusammensetzung
    Gelée Royale (in frischer Form) enthält durchschnittlich:
  • etwa 2/3 Wasser
  • etwa 14,5 % Kohlenhydrate (Zucker), dabei insbesondere Glukose und Fructose in etwa gleichen Teilen sowie in geringen Teilen auch Maltose, Erlose, Trehalose und Melibiose
  • etwa 4,5 % Lipide (Fette), so u. a. folgende Fettsäuren:
  • Cetotransdecenedinsäure, Hydroxytransdecenedinsäure, Hydroxytransdecensäure, Sebacinsäure, Pimelin- und Palmitinsäure, Stearinsäure
  • etwa 13 % Proteide, davon ein Großteil in Form von Aminosäuren (Dabei handelt es sich um Asparaginsäure, Glutaminsäure, Alanin, Arginin, Zystin, Glyzin oder Glykokoll, Histidin, Isoleucin, Leucin, Lysin, Phenyllalanin, Methionin, Prolin, Serin, Taurin, Threonin, Tryptophan, Tyrosin, und Valin.)
  • Mineralstoffe, insbesondere Calcium, Kupfer, Eisen, Phosphor, Kalium, Silizium und Schwefel
  • eine Vielzahl an Vitaminen: A, C, D, E sowie in großer Menge die Vitamine der Gruppe B: B1, B2, B3, B5, B6, B7, B8, B9. Insbesondere die Menge an Vitamin B5 (Pantothensäure) ist die höchst bekannteste unter den natürlichen Substanzen
  • Acetylcholin (bis 0,1 %), antibakterielle und antibiotische Substanzen sowie weitere z. T. noch unbekannte Bestandteile.

  • Nur in den Königinnen-Zellen ist Gelée Royale so reichlich vorhanden, das sie geerntet werden kann. Mit der Königinnenzucht gibt es ein Verfahren zur Produktion von Königinnen-Zellen, das weder die Bienen, noch das Leben im Bienenstock beeinträchtigt. Wenn Gelée Royale am reichlichsten vorhanden ist, entnimmt sie der Imker mit Hilfe eines Holzspachtels oder durch Absaugen unter Einhaltung strengster Sauberkeit. Danach sollte der Saft schnell kühl eingelagert werden, damit die währmeempfindlichen Stoffe über längere Zeit erhalten bleiben.
    Eigenschaften von Gelée Royale
  • absolut unschädlich für den Menschen, selbst bei sehr hohen Dosen
  • verbessert die Sauerstoffaufnahme der Gewebe
  • erhöht die Widerstandskraft gegen Kälte
  • stimuliert die Gemütsverfassung und mindert die Gemütserregung
  • steigert den Appetit
  • steigert die Vitalität im allgemeinen
  • begünstigt die Bildung der roten Blutkörperchen
  • erleichtert die Verdauung
  • hat eine antibiotische Wirkung

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