Bienenwachs ist ein Stoff, den die Bienen in keiner Weise sammeln. Sie produzieren ihn selber. Die Stockbienen ab dem 10.Lebenstag schwitzen es in Trauben aus ihren Wachsdrüsen unterhalb ihrer Bauchschuppen aus.
Zu ihrer Aktivierung müssen die Bienen sehr viel Honig verzehren (vier Kilogramm Honig für ein Kilogramm Bienenwachs). Hierdurch kann man erkennen, wie kostbar Bienenwachs ist. Das Wachs wird von den Baubienen, die sich zu einer sogenannten Bautraube aufreihen, ausgeschwitzt. Mit diesem ausgeschwitzten Wachs bauen die Bienen ihre Waben mit der typischen regelmäßig sechseckigen Zellenform. Die Hauptzeit der Wachserzeugung ist das Frühjahr, die Zeit der reichen Nektartrachten. Ganz frisches Bienenwachs ist fast weiß und erst durch weitere Bearbeitung wird es schließlich goldgelb. Die selbstgebauten Waben sind für die Bienen Kinderstube, Schlaf- und Vorratskammer. Hier spielt sich das gesamte Stockinnenleben ab. In Tausenden von Zellen werden von der Königin stiftförmige Bieneneier abgelegt.
Aus den Eiern schlüpfen Larven, die in drei Wochen zu erwachsenen Bienen heranwachsen. Ihre erste Tätigkeit nach dem Schlüpfen ist das Präparieren der Zellen für die erneute Eiablage. Dies geschieht mit Hilfe des sogenannten Pollenöls. Pollenöl ist der lipophile Auszug der Pollenexine, das die Farbe des Blütenpollens bestimmt.
Dieses Pollenöl bewirkt, daß die zunächst hellgelben Bienenwaben eine immer dunklere Farbe annehmen. Je nach der pflanzlichen Herkunft des Blütenpollens kann der Farbton mehr oder weniger bräunlich sein. Das Pollenöl hat antimikrobielle Eigenschaften, die auch im Propolis enthalten sind. Da die schlüpfenden Bienen immer auch einen Puppenkokon in den Zellen zurücklassen, werden diese mit jedem Brutdurchgang immer enger. Nach einigen Jahren intensiver Nutzung sind diese engen Zellen vom Bienenvolk nicht mehr zu gebrauchen und werden deshalb von den Bienen abgenagt und durch neue ersetzt. Dieses verhindern die Imker durch vorzeitige Entnahme der Waben, um so auch Bienenwachs gewinnen zu können.
Bienenwachs wird heute verwendet